Nach katastrophalen Werten bei Testkäufen in den Jahren 2020/21 rücken die Verkäufer inzwischen kaum mehr Alkohol und Tabak an Kinder und Jugendliche heraus. Das zeigen die jüngsten Zahlen der Kinder- und Jugendanwaltschaft.
Die mahnenden Worte des Kinder- und Jugendanwalts Christian Netzer sowie der Behörden aus dem Jahr 2022 haben offenbar Wirkung gezeigt. Im Rahmen von Testkäufen im Jahr 2023 – bei denen überprüft wurde, inwieweit Alkohol und Tabak an Kinder und Jugendliche abgegeben wird – zeigte sich, dass die Kids in nur mehr 22 Prozent der Fälle Alkohol bekommen haben.
Auffällig dabei: Besonders an Tankstellen nahmen die Verkäufer das Rausch- und Suchtmittelgesetz sehr genau. Dort bekamen nur 15,3 Prozent der Jugendlichen ein alkoholisches Getränk. Im Handel lag die Abgabequote bei 24,7 Prozent.
Niedrigster Wert seit Testbeginn
Auch die Einhaltung der Gesetze in Sachen Tabak- und Nikotinprodukte wurde getestet. Bei insgesamt 91 Testkäufen wurde in nur zwölf Fällen ein Tabak- bzw. Nikotinprodukt an Heranwachsende herausgerückt. Das entspricht einer Abgabequote von 13,2 Prozent – der niedrigste Wert seit Testbeginn im Jahr 2016.
Kinder- und Jugendanwalt Christian Netzer zeigte sich erfreut über die Trendumkehr. Zuletzt war die Abgabequote bei Alkohol an Kinder und Jugendliche enorm nach oben geschnellt. Im Jahr 2021 war diese auf 31,73 Prozent und im Jahr 2022 sogar auf 42,69 Prozent angestiegen.
Schreiben an getestete Betriebe
Die getesteten Betriebe wurden angeschrieben und aufgefordert, die Sache mit dem Jugendschutz wieder ernster zu nehmen. Verfehlungen würden künftig weniger tolerant gehandhabt und nach der zweiten Übertretung zur Anzeige gebracht. „Es bleibt zu beobachten, ob sich dieser Trend 2024 bestätigt und es weitere Verbesserungen“, meinte der Kinder- und Jugendanwalt.
Begrüßenswert sei auf jeden Fall die 2023 erfolgte Gesetzesänderung, die den Verkauf von Snus und Nikotinbeuteln erst ab 18 Jahren erlaube.
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