Geisterspiel fix

Rapid akzeptiert Strafe und schaltet den CAS nicht ein

Sport
14.09.2012 15:05
Wenige Stunden nach der Bestätigung des erstinstanzlichen Urteils durch die Berufungskommission hat der SK Rapid entschieden, keine weiteren Rechtsmittel gegen das von der UEFA verhängte Geisterspiel und die Geldstrafe von 75.000 Euro mehr anzuwenden. "Eine Anrufung des Internationalen Sportgerichtshofes (CAS) würde lediglich dann Sinn machen, wenn Verfahrensfehler oder Unregelmäßigkeiten im Rahmen des Verfahrens gegeben wären, was in unserer Causa aber nicht der Fall ist", erklärte Präsident Rudi Edlinger.

Die UEFA hatte am Freitag in einer mehr als zwei Stunden dauernden Berufungsverhandlung das Geisterspiel-Urteil gegen Rapid bestätigt. Den Wienern waren nach den Ausschreitungen im Qualifikationsspiel der Europa League gegen PAOK Saloniki die drakonischen Strafen aufgebrummt worden.

"Die Entscheidung ist ein schwerer Schlag für uns", hatte Edlinger in einer ersten Reaktion gemeint. "Leider blieben die Verantwortungsträger bei ihrer für uns harten Entscheidung. Aber die UEFA kennt gerade beim Missbrauch von Pyrotechnik keine Gnade und hat wegen des Gefährdungspotenzials auch in vollem Ausmaß gestraft." Der Klubboss war gemeinsam mit Jurist Nikolaus Rosenauer und Klubservice-Leiter Andreas Marek in die Schweiz gereist, um bei der UEFA vorzusprechen. Dazu setzten die Grün-Weißen auf umfassendes Video- und Bildmaterial von den Vorfällen in und um das Toumba-Stadion, die die eigenen Fans am 23. August mit ausgelöst hatten.

Damoklesschwert über Rapid
Neben den Zuschauerausschreitungen und Sachbeschädigungen verurteilte die UEFA vor allem das Zünden und Werfen von Gegenständen und Feuerwerkskörpern schwer. Im Wiederholungsfall droht Rapid sogar der Ausschluss für eine Europacup-Saison. Diese Drohung wurde mit einer Bewährung von drei Jahren ausgesprochen und würde bei einer Europacup-Qualifikation in den kommenden fünf Jahren schlagend werden. "Allen Rapidlern muss klar sein, dass wir weiter – auch bei nationalen Spielen – unter genauester Beobachtung stehen", so Edlinger.

Rapid akzeptiert die Strafe
Ein Gang zum CAS ist für Rapid definitiv kein Thema mehr. "Es ist Fakt, dass diese Institution die Gefährlichkeit von Pyrotechnik nicht anders einschätzen wird als die UEFA, und zudem sind die für uns wirklich harten Sanktionen durch die Regulative des Europäischen Fußball-Verbandes, denen wir natürlich auch verpflichtet sind, gedeckt", erklärte Edlinger.

Tickets für Rosenborg-Spiel werden zu Gutscheinen
Weil somit das Geisterspiel gegen Rosenborg aufrecht bleibt, gelten die bereits gekauften Eintrittskarten als Gutschein, der im Rapid-Fanshop oder für Tickets für ein Rapid-Heimspiel in der laufenden Saison verwendet werden kann. Bis vergangenen Mittwoch hatte Rapid bereits 20.700 Dreier-Abos für die drei Europa-League-Gruppenspiele im Ernst-Happel-Stadion abgesetzt. Die weiteren Heimpartien der Rapidler stehen am 25. Oktober gegen Bayer Leverkusen und am 6. Dezember gegen Metalist Charkiw auf dem Programm.

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