Morddrohungen

Die Politik überlagert mal wieder den Song Contest

Society International
11.04.2024 08:41
Porträt von krone.at
Von krone.at

Einen Eurovision Song Contest ohne politische Debatten wird es wohl so bald nicht mehr geben. Geschlechterrollen, Coronaabsagen, Konflikte im Kaukasus oder der Ukraine-Krieg – irgendetwas überschattete den größten Musikbewerb der Welt stets. Heuer wirft der Gaza-Krieg seine Schatten auf das Event, das am 7. Mai mit dem 1. Halbfinale in der schwedischen Hafenstadt Malmö startet. 

So sah sich die European Broadcasting Union (EBU) als Organisator zuletzt genötigt, „gezielte Kampagnen“ gegen Künstler als „inakzeptabel“ zu verurteilen, auch wenn man verstehe, dass die Menschen ihre Ansichten über den Krieg im Nahen Osten zum Ausdruck bringen wollten.

Die Meinungsfreiheit unterstütze man, wende sich jedoch entschieden gegen Beschimpfungen, Hassreden oder Belästigungen.

Israelin erhielt Morddrohungen
Auch wenn kein Künstler namentlich genannt wurde, ist der Hintergrund nur unschwer auf die 20-jährige Eden Golan zu beziehen, die heuer Israel vertritt und auf ihrem Instagram-Kanal Morddrohungen erhalten hatte.

Zuvor schon hatte die EBU den israelischen Rundfunk verpflichtet, den Text des Liedes „October Rain“ zu ändern, der als zu politisch gelesen wurde, weil man ihn als Anspielung auf die Opfer des Hamas-Angriffs auf Israel verstand. Nun lautet der Titel „Hurricane“ – bei gleicher Musik.

Gemeinsames Einstimmen auf ESC
Doch nicht überall herrscht Dissens. Wie im Vorjahr haben die ESC-Fans aus Österreich, Deutschland und der Schweiz die Chance auf ein gemeinsames Einstimmen in den Bewerb. So arbeiten die jeweiligen Sender bei den von Barbara Schöneberger moderierten Rahmenformaten „Eurovision Song Contest 2024 – Der Countdown“ und „Eurovision Song Contest 2024 – Die Aftershow“ doch am 11. Mai zusammen.

Und zwischen Countdown und Aftershow steht bekanntlich das große Finale mit 26 Teilnehmern und davor noch die beiden Halbfinale. Insgesamt sind heuer wieder 37 Länder mit von der Partie.

Kaleen mit guten Chancen aufs Finale
Österreich gehört dabei zu jenen Nationen, die sich in einem der beiden Vorrunden am 7. Mai respektive im Falle von Kaleen mit „We Will Rave“ am 9. Mai um eines der insgesamt 20 Finaltickets matchen müssen. Momentan sieht es dabei für die 29-Jährige, die auf Freizügigkeit im Discoambiente und harte Beats setzt, laut der Prognose der Buchmacher gut aus mit einem Finaleinsatz.

Das gilt auch für die Schweiz mit Nemo und dem Lied „Code“ im selben Halbfinale. Der Schweizer Beitrag gilt momentan sogar als einer der Favoriten auf einen Sieg.

In „Code“ erzählt Nemo vom Leben als nicht-binäre Person, womit die Eidgenossenschaft derzeit vor dem kroatischen Sänger Baby Lasagna und seinem aufgedrehten „Rim Tim Dagi Tin“ liegt, das von der Emigration junger Kroaten handelt. Alles in allem ist das Favoritenfeld heuer – anders als in vielen der Vorjahren – aber noch ziemlich im Fluss. Möglich scheint zum jetzigen Zeitpunkt mithin vielleicht nicht alles, aber vieles.

„United by Music“
Malmö und die Malmö Arena mit rund 15.000 Plätzen stehen jedenfalls bereit, hat man in der 300.000-Einwohner zählenden Stadt gegenüber von Dänemark doch auch Erfahrung mit dem Event, das man bereits 1992 und 2013 ausgerichtet hat.

Erfahrung kann auch die schwedische Komikerin Petra Mede vorweisen, die nach 2013 und 2016 ihren dritten Moderatorinneneinsatz hat – diesmal an der Seite von Malin Åkerman. Gefeiert wird dabei erneut unter dem Motto „United by Music“, dem künftig dauerhaften Motto des Bewerbs, das angesichts der Debatten bisweilen wie ein frommer Wunsch wirkt.

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