Eine böse Überraschung erlebte Alexandra T. in ihrem Geschäft in Oberwart. Während sich ein Krimineller als Kunde ausgab und sie ablenkte, schlich ein Komplize in den Verkaufsraum und stahl ihr Geld. Das mutige Einschreiten der Händlerin löste eine Großfahndung der Polizei aus.
Wie abgebrühte Vollprofis gingen zwei Kriminelle bei ihrem Coup mitten in Oberwart vor. Als Kunde getarnt, betrat ein Täter das Geschäft von Alexandra T. am Montag gegen 16 Uhr und erkundigte sich auf Englisch nach Kinderschuhen. Im hinteren Teil der Verkaufsräumlichkeiten nahm er ein Modell aus dem Regal und verwickelte die Chefin in ein Gespräch über die richtige Schuhgröße.
Tatort war ausspioniert
Erst später wurde klar, dass der großgewachsene muskulöse Mann den Auftrag hatte, die Händlerin abzulenken. Denn während der „Kunde“ versucht hat, die ganze Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, schlich sein Komplize ins Geschäft und machte sich auf allen vieren an die Geldbörse von T. heran, die sich in ihrer Handtasche unter dem Arbeitspult befand.
Trick rasch durchschaut
Als seine weiße Baseballkappe, die er verkehrt auf dem Kopf trug, kurz über dem Holztisch zu sehen war, fiel der Eindringling auf. Der Ertappte gab sich ebenfalls als harmloser Kunde aus. Alexandra T. stellte ihn zur Rede. „Mir ist aufgefallen, dass meine Brieftasche nicht waagrecht sondern senkrecht in der Handtasche steckte. Alle Banknoten, insgesamt 300 Euro, waren weg“, schildert die Chefin.
Die Flucht ergriffen
„Echt jetzt, hast du mir das Geld weggenommen?“, fragte das Opfer unerschrocken den Dieb. „Daraufhin hat mich der Mann, der vor mir gehockt ist, verdutzt angeschaut und ist kurz darauf davongelaufen“, berichtet Alexandra T. Währenddessen spazierte der mutmaßliche Komplize in aller Ruhe zum Ausgang und verschwand. „Alles, was er zuvor von mir über die Kinderschuhe wissen wollte, hat ihn plötzlich nicht mehr interessiert“, sagt die Chefin.
Handyfotos von den Tätern
Die Händlerin reagierte rasch. Ihr blieb noch Zeit genug, um mit dem Handy Fotos von den beiden Verdächtigen zu machen. Das Opfer alarmierte umgehend die Polizei. Im ganzen Bezirk wurde eine Großfahndung eingeleitet, von den Kriminellen fehlte aber jede Spur. Unweit des Geschäfts von T. war vor Kurzem ein Markt von Einbrechern heimgesucht worden.
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