Aus für Krankenhaus

AUVA-General bekommt Aufpasser für Böhler-Spital

Wien
05.04.2024 06:00

Im Inneren der AUVA gärt es: Generaldirektor Alexander Bernart wird wegen der Schließung des Böhler-Spitals in die zweite Reihe verbannt. Das ist für ihn mehr Segen als Fluch: Er hinterlässt reichtlich verbrannte Erde, um die sich nun andere kümmern müssen.

Nach außen hin lobt sich die AUVA unverändert für die „Meisterleistung“, die man mit der Übersiedlung des Böhler-Spitals vollbracht habe. Intern sieht die Sache freilich anders aus: In einer Sondersitzung zog der AUVA-Verwaltungsrat am Donnerstagnachmittag die Notbremse, wie aus dem Böhler-Spital zu hören war.

Rückzug in die zweite Reihe
Generaldirektor Alexander Bernart, der in den fünf Wochen seit dem Platzen der Böhler-Bombe in der Belegschaft auch noch den letzten vorhandenen Rest an Vertrauen verspielt hat, muss nun in die zweite Reihe zurücktreten. Statt ihm soll Roland Frank, Ärztlicher Leiter der AUVA, die Causa Böhler zu einem guten Ende bringen, also: die sich anstauenden Operationen abarbeiten, 2025 ein Übergangsspital in der Brigittenau und 2030 den versprochenen „Gesundheitscampus“ eröffnen.

Die AUVA nimmt ihren Generalsekretär Bernart aus der Schusslinie. (Bild: Reinhard Holl)
Die AUVA nimmt ihren Generalsekretär Bernart aus der Schusslinie.

Verbrannte Erde als Erbe für neue Verantwortliche
Frank soll vor allem als Gesicht der „Operation Böhler“ agieren. Die wirkliche Arbeit sollen künftig Vertraute der AUVA-Spitze erledigen, heißt es. Für Bernart ist die Degradierung mehr Segen als Schmach: Die verbrannte Erde, die er hinterlässt, müssen nun andere beackern. Seine Chancen, seinen Job behalten zu können, sind damit gewachsen.

„Jeder, der kann, flüchtet“
Wie verheerend der Vertrauensverlust der Belegschaft nach den letzten fünf Wochen ist, zeigen weiterhin interne Chats der Böhlerianer. „Ich bin gebrochen und traurig und kann nicht mehr schlafen und hab hohen Blutdruck usw ...“,  schreibt einer. „Jeder, der kann, flüchtet. Übrig bleiben wir mit dem Gefängnisvertrag – und werden zerstört“, heißt es von einer anderen. Das Chaos zieht auch weitere Kreise: „Wir arbeiten jetzt gegeneinander – Meidling gegen uns. Sie wollen uns nicht: ,Wir stören und machen Unruhe und Chaos‘ – und auch das verstehe ich“, verzweifelt eine Mitarbeiterin.

Neben der offenen Frage, wann und wo welche Ärzte die ausstehenden Operationen abarbeiten werden, besteht Bernarts Erbe vor allem in diesem Misstrauen und Frust in der Belegschaft, der sich weiterhin auch in den internen Chats eine Stimme verschafft. Die Böhler-Teams sind bekannt dafür, dass sie sich sogar über Jahre hinweg an Patienten und ihre Krankengeschichten erinnern können. An Vorgesetzte aber auch.

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