Probleme an Rakete

20 Sekunden vor Start: Mission zur ISS abgebrochen

Wissen
22.03.2024 08:00
Porträt von krone.at
Von krone.at

Der Start einer „Sojus“-Trägerrakete mit zwei Raumfahrerinnen aus Belarus und den USA sowie einem russischen Kosmonauten in einer Raumkapsel zur Raumstation ISS ist am Donnerstag überraschend abgebrochen worden. Als Grund wurden technische Probleme angegeben.

Die Trägerrakete mit dem Raumschiff „Sojus MS-25“ sollte um 14.21 Uhr MEZ vom russischen Kosmodrom Baikonur in der Steppe der zentralasiatischen Republik Kasachstan starten. 20 Sekunden vor dem geplanten Abheben wurde die Mission aber beendet, wie in der Live-Übertragung bei NASA-TV zu sehen war.

„Spannungsabfall in Stromquelle“
Die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos nannte später technische Probleme als Grund: Kurz vor dem Start sei „ein Spannungsabfall einer chemischen Stromquelle“ festgestellt worden, so Roskosmos-Chef Juri Borissow. Die Crew sei sicher aus der Kapsel geholt worden. Der nächste mögliche Start sei frühestens am Samstag, hieß es bei NASA-TV.

Die Sojus-Rakete auf der Startrampe im kasachischen Kosmodrom Baikonur
Die Sojus-Rakete auf der Startrampe im kasachischen Kosmodrom Baikonur(Bild: AP)
Marina Wassilewskaja und ihre Kollegen waren startklar in der Kapsel.
Marina Wassilewskaja und ihre Kollegen waren startklar in der Kapsel.(Bild: AP)

In den USA hob unterdessen am Donnerstagnachmittag (Ortszeit) am Weltraumbahnhof Cape Canaveral im Bundesstaat Florida eine Falcon-9-Trägerrakete des Unternehmens SpaceX planmäßig ab, um knapp drei Tonnen Ausrüstung und Nachschub zur ISS zu bringen.

Erste Belarussin sollte ins All fliegen
An Bord der „Sojus“-Trägerrakete waren die belarussische Kosmonautin Marina Wassilewskaja, die NASA-Astronautin Tracy Dyson und der russische Kosmonaut Oleg Nowizki. Die 33 Jahre alte Wassilewskaja, die als Flugbegleiterin bei der belarussischen Gesellschaft Belavia arbeitet, ist die erste Frau ihres Landes, die ins Weltall fliegen sollte. Es war auch das erste Mal, dass zwei Frauen gemeinsam an Bord einer Sojus-Kapsel zum Außenposten der Menschheit in 400 Kilometern über der Erde fliegen sollten. Bei einer „Sojus“-Rückkehr von der ISS gab es bereits einmal ein weibliches Duo.

Zusammenarbeit trotz Sanktionen
Die Zusammenarbeit in der Raumfahrt läuft trotz der US-Sanktionen gegen Russland und Belarus und trotz der politischen Spannungen zwischen den Ländern weiter. „Ungeachtet der Turbulenzen setzen wir unsere internationale kosmische Zusammenarbeit fort“, sagte der russische Vizeregierungschef Denis Manturow, der auch das Industrie- und Handelsministerium führt, in Baikonur.

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