Ein spielsüchtiger Deutscher stahl Weinflaschen im Wert von mehr als 200.000 Euro und wollte sie im Internet verkaufen.
Eine ungehörige Portion an krimineller Energie gehe von ihm aus, sagte Karin Lückl, die Vorsitzende des Schöffengerichts am Landesgericht Eisenstadt. Und aufgrund seiner Vorstrafen sowie der unverhältnismäßig langen Dauer der Straftat sei er zu vier Jahren Haft zu verurteilen. Kopfschütteln auf der Anklagebank, das Urteil ist also noch nicht rechtskräftig.
Nur die edelsten Tropfen
Mehrere Male hat sich der Mann von Dezember 2021 bis März 2022 Zutritt zum Weinkeller eines Burgenländers verschafft, für den er manchmal bei der Lese und dem Abfüllen der Flaschen behilflich gewesen war. Er öffnete die Verriegelung zur Tür und ließ insgesamt 258 der rund 7000 Bouteillen mitgehen. Und zwar nur die edelsten Tropfen, die der Weinbauer gesammelt hatte, um sie mit Freunden zu verkosten. Beim teuersten Wein soll es sich um einen Bordeaux aus dem Jahr 2003 gehandelt haben. Marktwert: Mehr als 1000 Euro.
Mittäter bereits verurteilt
Der Täter dürfte sich im Internet über den Wert erkundigt haben, er nahm nur die hochpreisigen Flaschen mit und bot diese online auf willhaben oder ebay an. Ein Freund und eine Bekannte, die ihn dabei technisch unterstützt hatten, waren schon im Oktober rechtskräftig verurteilt worden. Das Muster war stets dasselbe: Er kramte in den Kisten die wertvollen Flaschen von unten heraus und lud sie ins Auto. Es sollte Monate dauern, bis der Besitzer den Schaden entdeckte. „Es ging ihm eindeutig um die Wertigkeit“, sagte der Geschädigte beim Prozess,
Und der Deutsche? „Es tut mit leid.“ Er habe mit dem Erlös zumindest einen Teil seiner Spielschulden decken wollen. Binnen weniger Monate hatten sich in diversen Wettbüros rund 170.000 Euro angehäuft.
14 Tage Zeit hat er nun, um die mehr als 200.000 Euro zurückzuzahlen. Woher nehmen? Seit Jänner 2023 sitzt der Mann in U-Haft. Eine ziemlich lange Bedenkzeit.
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