Frühjahrshakeln

Männer aus St. Koloman haben die stärksten Finger

Salzburg
17.03.2024 20:15

Mit dem Schienbein am Tisch und einem Fuß an der Tischkante – beim Frühjahrshakeln in Pfarrwerfen gewann, wer Muskeln, Durchhaltevermögen und die meiste Hornhaut am Finger hatte. St. Koloman nahm den Sieg mit nachhause. Auch die Jüngsten waren mit Begeisterung und erstaunlich viel Kraft dabei.

„Jeder unterschreibt vor dem Wettbewerb, dass er die Verletzungen auf sich nimmt und nur allein dafür verantwortlich ist.“ Andreas Lindenthaler ist ein Fingerhakler der alten Schule und Obmann des 1. Salzburger Fingerhakelvereins. Seit 40 Jahren misst er sich regelmäßig mit anderen Männern seiner Gewichtsklasse beim Hakeln. Dabei wird ein Lederring um den Zeige- oder Mittelfinger gelegt, der Gegner schiebt seinen Finger auf der anderen Seite ebenfalls durch das Leder. Fuß oder Knie an den Tisch, zurücklehnen und dann wird gezogen. Wer zuerst die Kontrolle abgibt, verliert.

(Bild: GERHARD SCHIEL)

Was macht die Faszination des Fingerhakelns aus, warum fügen sich die Männer freiwillig Schmerzen und offene Wunden zu? So ganz kann der Obmann das nicht erklären. „Die Motivation zum Trainieren ist schwer, vor allem nach einer Niederlage“, gibt Lindenthaler zu. „Und wenn ich lange pausiert habe, schmerzt‘s im Training wieder.“ Lindenthaler erkennt man an seinem dicken Zeigefinger, der durch Hornhaut beim Ziehen vor dem einschneidenden Lederring geschützt ist. Wer noch nicht so lange dabei ist, für den ist der Wettbewerb oft eine blutige Angelegenheit. Beim Frühlingshakeln gibt es daher eine Vorsorgungsstation, bei der aufgerissenen Finger mit Pflastern und Verbänden versorgt werden. Auch die Kleinsten haben schon einen ordentlichen Zug: Lorenz (6) und Rupert (4) Wallinger aus St. Koloman hakeln bei den Kindern mit und sind schon fast so gut wie Papa Rupert, der seit 1994 beim Kräftemessen dabei ist.

Nach zwei Durchgängen je Gewichtsklasse holte St. Koloman den Gesamtsieg beim Frühjahrshakeln in Pfarrwerfen. Auf Platz zwei und drei kamen die Teams aus dem Ammergau und Schlierachgau (beide Bayern). Auch bei den Damen siegten zwei Frauen aus St. Koloman, Katharina Zierfuß und Lena Rohregger.

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