Auf Rettungsmission

Frösche und Kröten brauchen Hilfe beim Überleben

Kärnten
13.03.2024 08:00

Jedes Jahr rücken in Kärnten beherzte Tierfreunde aus, um die nützlichen Amphibien auf ihren Wanderungen zu den Laichplätzen zu schützen, denn vor allem auf den Straßen lauert große Gefahr. Heuer war auch die „Krone“ bei einer tierischen Rettungsaktion mit dabei. 

Bereits am Weg nach Bad Eisenkappel, wo wir heute als „Amphibienretter“ im Einsatz stehen, fallen die grün umrandeten Schilder am Straßenrand ins Auge, die darauf aufmerksam machen, dass wieder Frosch- und Krötenwanderung ist. „Durch die warmen Temperaturen im Februar sind die Tiere heuer Wochen früher aus ihren Winterverstecken gekommen als gewohnt“, erklärt Karina Smole-Wiener von der Arge Naturschutz.

Das bestätigt auch die beherzte Tierschützerin Paula Micheuz, die seit 20 Jahren ehrenamtlich als Froschklauberin aktiv ist und uns auf ihrer Runde beim Schlossparkteich in Bad Eisenkappel mitnimmt: „Für die Tiere kann es aber zum Problem werden, wenn sie so früh erwachen. Dann gibt es oft noch keine oder zu wenig Nahrungsquellen für sie, wie Insekten, Schnecken oder Würmer, und die brauchen sie nach dem Laichen.“

Wir spazieren oberhalb des Ufers der Vellach entlang, wo kleine Zäune aufgestellt sind. Dahinter ist alle 20 Meter ein Eimer in den Boden eingegraben, in denen die Frösche und Kröten hineinhüpfen - weshalb diese Schutzvariante schlichtweg als Zaun-Kübel-Methode bezeichnet wird.

„Sie wandern nachts. Deshalb kontrollieren wir die Kübel jeden Morgen“, sagt Micheuz und präsentiert dabei einen Eimer mit mehreren Grasfröschen und Erdkröten, die leise zirpende Geräusche von sich geben.

Tausende Tiere bereits gerettet
„Es gibt Tage, da sammeln wir alleine auf dieser Strecke 400 ein“, so die Natur- und Landschaftsführerin, die jedes Tier dokumentiert und während ihrer langjährigen Tätigkeit bereits beachtliche 41.433 Amphibien gerettet hat.

Wissenswertes

  • 198 Wanderstrecken von Fröschen und Kröten hat die Arge Naturschutz aktuell in Kärnten registriert.
  • Vier bis sechs Wochen dauert im Schnitt die Wanderzeit der Amphibien.
  • Zwischen 700 und 4000 Eier legt ein einziges Weibchen beim Laichen ab.
  • Seit 41 Jahren werden für die Tiere Schutzmaßnahmen an mehreren Kärntner Straßen getroffen.

Nachdem alle Tierchen aus den Schutzvorrichtungen geholt wurden, machen wir uns auf den Weg zum Schlossparkteich, wo sie behutsam am Ufer abgesetzt werden, um - meist bereits mit einem Männchen am Rücken - ins Wasser zu hüpfen und zu laichen. „Frösche machen sogenannte Ballen mit den Eiern, während Kröten in Form von Schnüren ablegen“, erklärt Micheuz. 

„Straßen sind für Frösche und Kröten eine enorme Gefahr. Durch unser Wirken tragen wir dazu bei, dass der Fortbestand dieser nützlichen Tiere gesichert ist, denn mit ihnen würden auch viele andere Tiere verschwinden“, so der Tenor der Amphibienschützer. 

Spannende Abendexkursionen für Interessierte
Am 20. März (ab 19.30 Uhr) findet in Keutschach die Veranstaltung „Amphibienschutz an ­Straßen“ statt, wo die Aktion „Rettet die Frösche“ vorgestellt und die Wanderstrecke abgegangen wird. Einen Tag später, am 21. März (ab 19.30 Uhr), wird die Abendexkursion in St. Georgen am Längsee veranstaltet. 

Wollen auch Sie mithelfen? Nähere Infos unter www.arge-naturschutz.at oder www.amphibienschutz.at

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