Herbert Kickl bei einem seiner seltenen Fernsehauftritte, da gehen die Quoten gleich durch die Decke. Während sich der FPÖ-Chef gestern den Fragen von Gerhard Koller stellte, erreichten die Live-Marktanteile von krone.tv jene von ATV, PULS 24 und ntv. Schließlich haben wir die Privaten sogar überholt.
Dabei erlebte das Publikum einen völlig ausgewechselten Herbert Kickl. Nur einmal, als der Moderator ihn auf die „Vergiftzwergung“ des grünen Vizekanzlers ansprach, holte Kickl zu einer Retourkutsche aus und erwähnte Werner Kogler in einem Atemzug mit „Promille“. Es blieb seine einzige kleine Gemeinheit während der gesamten Sendung. Stattdessen fielen oft die Worte Weichenstellung, Ordnung, Sicherheit. Der blaue Parteichef versprach eine „Politik für die eigene Bevölkerung“, beschwor die „unglaubliche Macht des Wählers“ und erinnerte daran, dass es bei einer Wahl immer einen Sieger und mehrere Verlierer gebe. Letztere müssten mit ihm rechnen und würden sich dann schon bewegen. Er denke nämlich nicht an „Selbstentleibung“.
Da sprach kein Giftzwerg, sondern ein Politiker, der gerade einen Strategiewechsel vollzog. Vom streitlustigen Bierzeltredner zum kreideweichen Spitzenkandidaten. Ruhig, ernsthaft, fast staatsmännisch. Als hätte er eingesehen, dass ein sogenannter „Volkskanzler“, als der er sich gerne sieht, seine Wählerinnen und Wähler nicht mit Brachialrhetorik verschrecken sollte.
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