Festival eröffnet

20 Jahre Elevate: „Demokratie ist ein Tun-Wort“

Steiermark
28.02.2024 23:03

Mit mahnenden Worten über den drohenden Verlust der Demokratie wurde am Mittwoch in Graz die 20. Ausgabe des Elevate-Festivals eröffnet. Die Worte kamen von der ukrainischen Friedensnobelpreisträgerin Oleksandra Matviichuk und vom österreichischen Bundespräsidenten Alexander van der Bellen.

„Die Freiheit ist ein fragiles Gut“, sagt Oleksandra Matviichuk in ihrer Eröffnungsrede für die Jubiläumsausgabe des Grazer Elevate-Festivals. Sie muss es wissen, denn als Menschenrechtsanwältin in ihrer Heimat Ukraine lebt sie seit Jahren an einer Front, an der nicht nur ein Krieg gegen den Aggressor Russland, sondern auch für die Verteidigung der Demokratie gefochten wird: „Und es geht nicht nur um Russland. Auch der Iran, China und andere autoritäre Staaten unterstützen Putin in seinem Krieg, denn sie wollen die demokratischen Werte schwächen.“

„Wir haben weit mehr Einfluss als uns bewusst ist“
Genau diese Werte gelte es in der gegenwärtigen Zeit der Krisen jedoch umso vehementer zu verteidigen: „Und das kann jeder einzelne von uns tun, denn auch als einfache Bürger haben wir weit mehr Einfluss, als uns bewusst ist“, sagt sie und nennt ihre ukrainischen Landsmänner und -frauen als Beispiel: „Seit dem Beginn des Krieges haben ganz viele einfache Menschen ganz Außergewöhnliches geleistet. Und das müssen wir alle tun - jeden Tag. Wir selbst sind es, sie unsere Geschichte und unsere Zukunft bestimmen“, sagt sie. 

Alexander van der Bellen sprach bei der Festivaleröffnung im Grazer Orpheum
Alexander van der Bellen sprach bei der Festivaleröffnung im Grazer Orpheum(Bild: Christoph Hartner)

Das „unsichtbares Band“ des Miteinanders
In dieselbe Kerbe schlägt auch Bundespräsident Alexander van der Bellen in seinen Begrüßungsworten im Grazer Orpheum. Er spricht von einem „unsichtbaren Band“, das uns als Menschen, als demokratische und freie Gesellschaft, zusammenhält, und warnt: „Vor den Toren Europas stehen Autokraten, die dabei sind, das Band zu durchtrennen, aber auch in unseren Nachbarländern hält man schon die Schere in der Hand, beschneidet die Rechte der Medien, der Frauen. Und auch hier in Österreich wird an den Grundpfeilern der liberalen Demokratie gesägt.“ Van der Bellen plädiert, die Demokratie nicht als selbstverständlich zu sehen, sondern aktiv daran mitzuarbeiten, damit „das Band nicht abreißt“.

„Demokratie ist ein Tun-Wort“
Genau das ist auch das Ziel der Elevate-Verantwortlichen, wie Diskurs-Kuratorin Irina Nalis bei der Eröffnung auf den Punkt brachte: „Demokratie ist ein Tun-Wort. Wir alle müssen etwas dafür tun, dass sie weiter funktioniert.“ Das Festival biete dafür seit 20 Jahren Impulse und genau das planen die Verantwortlichen auch in der heurigen Jubiläumsausgabe - bis Sonntag an verschiedenen Veranstaltungsorten in Graz.

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