Der Drahtzieher (40) der Basketball-Wettbetrügereien in Graz im Vorjahr trotz drei Jahren (nicht rechtskräftiger) Haft auf freien Fuß gesetzt. Nun entschied das Oberlandesgericht, dass der Serbe doch wieder ins Gefängnis muss. Doch von dem Betrüger fehlt jede Spur.
Rund 17 Monate war ein Serbe (40) in U-Haft. Er soll mutmaßlich der Drahtzieher im Wettbetrugsskandal im heimischen Basketball gewesen sein. Mindestens 20 Spiele seien laut Staatsanwaltschaft Graz ab der Saison 2017/2018 bis Mai 2020 manipuliert worden.
Angeklagt wurden zehn Ex-Spieler (Amerikaner, Österreicher, Kroaten und ein Slowene), die auch beim UBSC Graz gespielt haben, und eben der serbische Hintermann und Drahtzieher.
Schuld- und Freisprüche
Die zwei Amerikaner flohen vor dem Prozess in ihre Heimat. Sechs Ex-Basketballer und der Drahtzieher wurden Mitte Oktober unter anderem wegen Wettbetrugs verurteilt. Sie fassten (nicht rechtskräftige) Strafen von vier Monaten bedingt bis drei Jahren unbedingter Haft aus. Zwei Sportler wurden mangels an Beweisen freigesprochen.
Rührselige Geschichte machte Eindruck
Und obwohl der 40-jährige Serbe zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden war, wurde dem Antrag seines Anwalts Philipp Wolm auf Enthaftung - gegen Auflagen - stattgegeben. Zu glaubhaft waren die rührseligen Geschichten über die kleine Tochter in Serbien, die er so sehr vermissen würde.
Serbe tauchte unter
Staatsanwalt Hansjörg Bacher meldete sofort Beschwerde an. Das Problem: Die Beschwerde hat keinerlei aufschiebende Wirkung auf den Gang in die Freiheit. Der Serbe tauchte offenbar unter, denn er meldete sich nicht wie vereinbart alle zwei Wochen bei der Polizei.
Jetzt hat das Oberlandesgericht die Enthaftung aufgehoben, doch vom Drahtzieher fehlt trotz internationalem Haftbefehl jede Spur.
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