Wegen gefährlicher Drohung und Verleumdung musste sich am Freitag ein 41-jähriger Koch am Landesgericht Feldkirch verantworten.
„Ich werde Dir die Albaner schicken. Du wirst ins Gefängnis gehen. Dort wirst Du dann schön gef...“ Drohnachrichten in dieser Tonart hatte der Angeklagte Anfang letzten Jahres per WhatsApp an einen Hotelier am Arlberg verschickt. Im Sommer dann behauptete der gelernte Koch wahrheitswidrig, während eines Kochkurses in dem Hotel sexuell belästigt worden zu sein. Außerdem beschuldigte er den in Vorarlberg sehr bekannten Hotelier, ukrainische Arbeitskräfte, die dort an einem touristischen Ausbildungskurs teilnahmen, ausgebeutet zu haben.
Freispruch für den Angeklagten
Und dennoch wurde der bislang Unbescholtene gestern am Landesgericht Feldkirch von den Vorwürfen der gefährlichen Drohung und Verleumdung rechtskräftig freigesprochen. Der Grund dafür: Laut psychiatrischem Gutachten war der 41-Jährige, der an einer Impulsstörung leidet und manisch-depressiv ist, bei den Taten nicht zurechnungsfähig.
Sie sind ein intelligenter Mann und ein hervorragender Koch. Aber Sie haben Ihre Impulse nicht unter Kontrolle. Schauen Sie, dass Sie Ihre Medikamente nehmen und wieder in ihren Job kommen.
Richterin Lisa Pfeifer spricht dem Angeklagten ins Gewissen
Unmut auf den Sozialen Medien geäußert
Von Richterin Lisa Pfeifer zu den Anklagepunkten befragt, bekennt sich der Koch nur in Sachen Verleumdung schuldig. Die gefährlichen Drohungen über WhatsApp seien hingegen nur Unmutsäußerungen gewesen. „Ich war zu der Zeit ziemlich manisch. Aber ich beschäftige mich schon lange mit unserem Rechtsstaat. Die Leute müssen wissen, was hier in Vorarlberg abgeht. Wir leben in einer Demokratie und jeder muss sich daran halten“, rechtfertigt der Koch sein Verhalten. Auch auf Sozialen Medien hatte der Angeklagte immer wieder seinen Unmut geäußert.
Auch wenn ihn seine damalige Unzurechnungsfähigkeit vor einer Verurteilung schützt, will in die Richterin nicht ganz aus der Verantwortung nehmen: „Sie sind ein intelligenter Mann und ein hervorragender Koch. Aber Sie haben Ihre Impulse nicht unter Kontrolle. Schauen Sie, dass Sie Ihre Medikamente nehmen und wieder in ihren Job kommen.“
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