Wird Trump die USA in eine Diktatur verwandeln? So lautet die Titelfrage im neuen „Spiegel“. Der Londoner „Economist“ lässt wegen Trump einen Dollar-Schein in Flammen aufgehen. Ein Hamburger Wochenmagazin hat ein brennendes Streichholz auf der ersten Seite und jammert über die Hilflosigkeit gegen rechts und das brutale Auftreten der Radikalen. Die „Neue Zürcher Zeitung“ lässt in großer Schrift ausrichten, dass Deutschland in der Depression läge, Berlin gelähmt sei, die AfD das System in die Krise gestürzt hätte. Und zum Darüberstreuen winkt der „Standard“ mit dem Zaunpfahl und steuert ein Wörterbuch der Nazisprache bei.
Es reicht nun mit dem Zauber des Untergangs. In einer dermaßen düsteren Stimmung muss einer nur der lauteste Schreihals sein, um aus einer chaotischen Wut einen organisierten Zorn zu formen.
Scheitern an echter politischer Arbeit
Klar gibt es Probleme. Vor Schwierigkeiten mit der Migration, der Korruption, der Wirtschaft standen Regierungen zu allen Zeiten. Die sind nie auf einen Schlag für alle Ewigkeit zu lösen. Daher lohnt es sich, die in Krisen auftauchenden Schreihälse gelassen und genau nach ihren konkreten Plänen zu fragen.
Extremisten aller Richtungen leben seit jeher vom großem Frust und scheitern stets an echter politischer Arbeit. Es ist wie in der Anekdote über das Gespräch zwischen Lenin und Trotzki vor der Oktoberrevolution. Da fragt Lenin: „Was wird geschehen, wenn wir scheitern?“ Trotzki antwortet: „Und was wird geschehen, wenn wir Erfolg haben?“
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