Unsere Handballer wollen Sport-Österreich auch gegen Gastgeber Deutschland begeistern. Nikola Bilyk und Co. glauben an ein weiteres EM-Wunder. Sportdirektor Patrick Fölser sieht die Spieler zwar „am Limit. Aber der Kopf spielt bei den meisten verrückt. Ich habe jeden Tag das Gefühl, dass sie mehr erreichen wollen!“
Die „Krone“ berichtet aus Köln
Die Herren-Handballer begeistern Sport-Österreich. Ist in dieser Dimension nur über außergewöhnliche Momente bei Großereignissen möglich. Die Qualifikation für das WM-Achtelfinale in Katar sorgte kurzfristig für Aufsehen. Aber eine EM in Deutschland, auf der größten Bühne in Europa, stellt 2015 klar in den Schatten. „Wir werden auch gegen Deutschland wieder alles reinwerfen, um mit einem Lächeln vom Feld zu gehen“, kündigte Kapitän Nikola Bilyk an. Der letzte Sieg gegen den „großen Bruder“ (29:28 in Dornbirn 2014) liegt nicht so lange zurück - aber ein Testspiel ist mit Vorsicht zu genießen.
Vor der EM hätte man Österreich nur eine Chance im Promillebereich bescheinigt, nach beeindruckenden vier Spielen erscheint das Unterfangen gegen den Gastgeber (der auf die Unterstützung von 98 Prozent der 19.700 Zuschauer bauen kann, in der Kölner Lanxess-Arena in einem Bewerbsspiel ungeschlagen ist) zumindest nicht aussichtslos. „Wir glauben an das Wunder“, vermittelte Bilyk klar.
Sportdirektor Patrick Fölser sieht die Spieler zwar „am Limit. Aber der Kopf spielt bei den meisten verrückt. Ich habe jeden Tag das Gefühl, dass sie mehr erreichen wollen!“ Jetzt, wo man nur noch gewinnen kann, der Druck bei den Hausherren liegt, um mit dem Semifinale liebäugeln zu dürfen.
„Sie sind brandgefährlich“
Dass Deutschland vor dem heutigen Duell (20.15 live im sportkrone.at-Ticker) keine großen Töne spuckt und gewarnt ist, kann man den Worten von Torhüter Andi Wolff (ebenso wie Consti Möstl bereits zweimal zum „Man of the Match“ gekürt) entnehmen. „Österreich ist das Team der Stunde. Sie sind brandgefährlich, haben einen absoluten Hype“, analysierte er im Vorfeld. Wolff, einziger Legionär im Kader (Kielce/Pol), ist laut deutschem Teamchef Alfred Gislason „zusammen mit dem Dänen Niklas Landin der beste Torhüter der EM!“
Österreichs Jahrhundert-Handballer Viktor Szilagyi ist überzeugt, dass „Deutschland eine Niederlage nicht verkraften würde!“ Im Zwiespalt der Gefühle ist der ehemalige Teamkapitän jedenfalls. Als Sportvorstand des THW Kiel (der mit Bilyk bzw. Flügel Dahmke je einen Spieler stellt) „hoffe ich auch auf das Beste für den deutschen Handball!“
Hutecek „unmenschlich“
Szilagyi imponiert neben Bilyk auch Hutecek. „Was er leistet, ist fast schon unmenschlich. Die EM wird nicht unbemerkt bleiben!“
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