„Ich war verzweifelt“, sagte der Angeklagte zum Richter: Sein Hund hatte sich die Pfote gebrochen, die Operation kostete eine Stange Geld. Aus der Not heraus kam der Mann auf eine Idee: Das Stehlen von leeren Bierkisten, um Pfand zu kassieren. Das tat er auch mehrfach, wurde dabei gefilmt und erwischt.
Von einem „ungewöhnlichen Fall“ von gewerbsmäßigen Diebstahls sprach der Richter zu Beginn des Prozesses am Dienstag im Salzburger Landesgericht: 250 Euro hatte der Angeklagte mit dem gestohlenen Leergut gemacht. Dazu stieg der 32-Jährige zwischen dem 19. November und dem 1. Dezember mehrmals in den umzäunten Lagerplatz eines Lagerhauses in seiner Flachgauer Heimatgemeinde.
Die rund 50 leeren Bierkisten, die er bei zumindest fünf Fahrten in sein Auto hievte, brachte er anschließend zu einem 15 Kilometer entfernten Supermarkt und kassierte Pfand. Doch: Bei den Diebstählen filmte ihn eine Überwachungskamera, bemerkte der Richter und wollte den Grund für all das wissen. „Ich hab einen Hund und der hat eine Operation gebraucht, weil er sich die Pfote gebrochen hat. Das war auch ein komplizierter Bruch, der mich in eine finanzielle Krise gestürzt hat“, erzählte der bislang unbescholtene Einheimische.
Motiv war laut Richter „menschlich nachvollziehbar“
Angehörige hatte er keine, die er nach Geld fragen konnte. Und Freunde? „Da war der Stolz zu groß. Ich schäme mich jetzt eh.“ Mittlerweile wurde der Hund operiert, 4000 Euro habe das gekostet. „Jetzt geht es ihm wieder gut“, so der Hundebesitzer.
Aufgrund der „menschlich nachvollziehbaren“ Gründe bot der Richter eine Diversion statt einer Verurteilung an: Wenn der 32-Jährige 40 Stunden gemeinnützige Leistung erbringt und den Schaden wiedergutmacht, wird das Strafverfahren ohne Strafe eingestellt. Die Staatsanwältin stimmte dem auch zu.
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