Politexitus in Seefeld

Nach dem „Urknall“ beginnt das große Aufräumen

Tirol
02.12.2023 15:50

Bürgermeister weg, Gemeinderat entlassen, ein riesiger Schuldenberg bleibt: Nach dem „Urknall“ muss sich die Tourismusgemeinde Seefeld rasch selbst neu erfinden. Die Wintersaison steht vor der Tür, genauso wie der Amtsverwalter. Budget und Gemeindebetriebe sind große Baustellen.

Fluchtartig hat die regierende Bürgermeisterliste in Seefeld die politische Bühne verlassen – die „Krone“ berichtete. Ihre neun Stimmen waren entscheidend für die Selbstauflösung des Gemeinderates. Zurück blieb viel Unerledigtes, zum Beispiel das Budget für 2024.

Abgänge wachsen über Kopf
Seefeld ist keine arme Gemeinde. Rund 17 Millionen Euro umfasst der Haushalt, es gab sogar einen Überschuss im Vorjahr, der allerdings durch 3,5 Mio. an Abgängen bei den gemeindeeigenen Betrieben mehr als aufgefressen wird. „Die Lücke wird sogar noch größer, allein durch die Steigerungen bei den Personalkosten sind 700.000 Euro zusätzlich zu kalkulieren“, erklärt Ex-GR Alexander Schmid. Im Raum stehen Gebührenerhöhungen, aber fix ist nix.

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Seefeld hat die Stärke, die Dinge zu meistern. Ein Amtsverwalter tut dem Ort jetzt gut. Es kommt zu einer Situationsbereinigung von außen.

Alexander Schmid, Liste Aktiv für Seefeld

„Schwierig, aber nicht unlösbar“
Gerechnet wird, dass der Amtsverwalter bereits kommenden Montag auf der Matte steht und gemeinsam mit dem ehemaligen Gemeindevorstand seine Arbeit aufnimmt. „Wir haben viele und schwierige Aufgaben, aber die sind nicht unlösbar“, sagt Schmid, dessen Liste sich bei der Abstimmung enthielt. „Wir brauchen jetzt Leute, die die Nerven bewahren und nicht einfach alles zusperren wollen“, sagt er. Mit einer Budgetübersicht sei bereits begonnen worden.

Neuer Geschäftsführer gesucht
Zweite große Baustelle ist die Infrastruktur-Holding, in der Gemeindebetriebe wie Sportzentrum (Hallenbad), WM-Sportanlagen, Skigebiet Rosshütte und Fernwärme gebündelt sind. Die Holding ist eine 100%-Tochter der Gemeinde, „die sich durch die Gruppenbesteuerung 300.000 Euro an Steuern erspart“, erläutert Schmid, der nun den Vorsitz des Ausschusses übernommen hat. Die Holding braucht einen neuen Geschäftsführer und ein Budget für 2024. An beidem werde gearbeitet.

Dass das Hallenbad Seefeld tatsächlich zugesperrt wird, ist ein Märchen. Dafür ist ein Gemeinderatsbeschluss nötig. Diesen hat das alte Gremium aber nicht mehr gefasst.

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