Sonne, Wind und Klimakrise: Setbesuch bei ATV-Meteorologe Manuel Kelemen, der nicht müde wird, auf unser Welt-Problem aufmerksam zu machen
36 Grad, und es wird noch heißer ... Von ihm wird es keine Hitzewellen-Lobeshymnen geben - das weiß man, wenn man ATV-Meteorologe Manuel Kelemen kennt. Er meint damit das stetig wachsende Wetterphänomen, das uns aufgrund der Klimakrise immer öfter zwischen üblichem Regen und Sonnenschein reinschneit. Unermüdlich ist Kelemen stets bemüht, seine Expertise an die Zuschauer weiterzugeben und auf den Klimawandel aufmerksam zu machen. So auch in Staffel 2 von „Wetterleben“, die ab 14. Dezember auf Joyn zu streamen ist und in der er mit Wissenschaftern und Forschern über eine der größten Herausforderungen der Welt spricht.
„Wenn wir weitermachen wie bisher, haben wir über kurz oder lang ein Problem. Unsere Erde hat ein Alleinstellungsmerkmal im Weltall: Es ist ein Paradies, wie geschaffen für uns. Wir treten dieses Paradies mit Füßen“, so Kelemen, den die „Krone“ hinter den Kulissen zu seiner Sendung im Guxtu-Studio im 23. Wiener Bezirk traf.
„Wenn ich durch Österreich toure, hab ich den Eindruck, dass das viele Menschen zum allerersten Mal hören. Im Kampf gegen den Klimawandel ist es essenziell aufzuklären, zu sensibilisieren, zu reden“, sieht der Wetter-Mann darin seine Berufung. Ein äußerst hitziges Thema, vor allem wenn man schon selbst einmal im Stau stand - vor sich Klimakleber, dahinter aggressive Autofahrer, dazwischen die Polizei, die versucht die Wogen zu glätten. „Ich kann verstehen, was die Aktivistinnen und Aktivisten hier machen, aber das ist nicht mein Weg. Ich kann die Resignation nachvollziehen, schlage aber vor: Reden wir darüber“, so Kelemen. Dies dauere zwar länger, aber „wenn ich in einer Diskussion die Fakten vorlege, dann überdenkt der eine oder andere doch am Ende die eigene Einstellung“.
Zeit, die wir und unsere Erde in Wahrheit aber nicht mehr haben. „Du sagst es. Wären wir vor zehn Jahren das Problem angegangen, hätten wir jetzt nicht die Dringlichkeit. Was glauben wir, wie es in weiteren zehn Jahren aussieht, wenn wir so weitermachen wie bisher. Nehmen wir den Sommer 2023: Wir haben im Juni in Oberndorf an der Melk (NÖ) zu Mitternacht 36 Grad gemessen. Es ist eine der höchsten Temperaturen, die jemals in ganz Europa zu Mitternacht gemessen wurde. Wollen wir, dass das unsere Zukunft ist? Zu Mitternacht das Fenster aufmachen und heiße Wüstenluft reinlassen? Ich nicht!“, so der Wetterfrosch.
Dass dabei jeder ab heute zum Rad fahrenden Vegetarier werden muss, sieht der Moderator nicht als notwendig: „Ich bin selbst kein Heiliger und erst vor wenigen Jahren aufs Rad umgestiegen. Aber ich frage mich: ,Warum hab ich das nicht viel früher gemacht. Es ist ein Gefühl von Freiheit! Wenn man es aber nicht ausprobiert, kann man es auch nicht wissen“, geht er in Sachen „klimafreundlicher Tipp“ als gutes Beispiel voran.
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