Einschlag nahe Schule

Luftangriffe auf Jabalia: Laut Hamas über 80 Tote

Ausland
18.11.2023 16:58

Bei zwei israelischen Angriffen auf die Stadt Jabalia im Gazastreifen sind nach Angaben des von der radikalislamischen Hamas kontrollierten Gesundheitsministeriums am Samstag mehr als 80 Menschen getötet worden. Bombardiert wurde ein Gebäude neben einer Schule, durch die Trümmer wurden allerdings auch zahlreiche Menschen, die dort Schutz gesucht hatten, getötet und verletzt. 

Die von der UNO betriebene und als Flüchtlingsunterkunft genutzte Al-Fachura-Schule in Jabalia sei Samstagfrüh beschossen worden, sagte ein Hamas-Ministeriumsvertreter der Nachrichtenagentur AFP. Dabei seien 50 Menschen getötet worden. Bei einem zweiten Angriff auf ein weiteres Gebäude wurden laut Ministeriumsvertreter 32 Mitglieder einer Familie getötet.

Menschen in Schule von Trümmern getroffen
Online verbreitete Aufnahmen zeigten allerdings, dass nicht die Schule selbst, sondern das Gebäude daneben getroffen wurde. Allerdings wurden durch die Trümmer auch jene Menschen, die in dem Schulgebäude Schutz gesucht hatten, von dem Luftangriff getroffen.

Auf den Videoaufnahmen, die wir aus Pietätsgründen nicht zeigen, sind mit Staub und Blut befleckte Leichen in der Al-Fachura-Schule, wo Matratzen unter Schulbänken ausgebreitet waren, zu sehen. Die Echtheit der Aufnahmen ließ sich nicht verifizieren.

Hamas missbraucht Zivilisten als Schutzschilde
Das Gesundheitsministerium in Gaza veröffentlichte eine Liste mit den Namen aller beim zweiten Angriff getöteten Familienmitglieder. Den Angaben nach waren 19 der Todesopfer Kinder. Die Hamas ist dafür bekannt, ihre Waffen und Raketenstellungen sowie Kommandozentralen bewusst unter Gebäuden wie Schulen und Krankenhäusern zu verstecken, um so Zivilisten als lebende Schutzschilde zu missbrauchen. 

Einstiges Flüchtlingslager wuchs zu Stadt
Jabalia im Norden des Gazastreifens ist das größte von acht einstigen Flüchtlingslagern in dem Palästinensergebiet, das zu einer Stadt angewachsen ist. Mehr als 80 Prozent der Bewohner der Lager sind Flüchtlinge oder Nachkommen von Flüchtlingen, die ihre Häuser bei der Gründung des Staats Israel im Jahr 1948 verlassen hatten.

Anfang November hatte die Hamas-Regierung erklärt, dass bei israelischen Bombardierungen des Flüchtlingslagers mehr als 200 Menschen innerhalb von drei Tagen getötet worden seien. Hunderte weitere Menschen seien verletzt worden.

Shifa-Krankenhaus größtenteils geräumt
Im Shifa-Krankenhaus in Gaza Stadt sind unterdessen laut dem von der Hamas kontrollierten Gesundheitsministerium nur noch etwa 120 Verletzte und eine nicht näher genannte Zahl von Frühgeborenen in der größten Klinik des Gazastreifens. Das israelische Militär hatte zuvor erklärt, die Evakuierung geschehe auf Wunsch von deren Direktor.

Krankenhausleiter Mohammed Abu Salmiya hatte zuvor erklärt, er sei von der israelischen Armee angewiesen worden, „die Evakuierung von Patienten, Verletzten, Vertriebenen und medizinischem Personal“ sicherzustellen. Die Armee betonte dagegen, zu keinem Zeitpunkt die Evakuierung von Patienten oder medizinischem Personal angeordnet, sondern lediglich dem „Ersuchen“ des Direktors stattgegeben zu haben, die Evakuierung weiterer Menschen aus dem Krankenhaus zu ermöglichen. Es gehe darum, weiteren Menschen, die in der Klinik Schutz gesucht hätten, zu ermöglichen, „dies über den sicheren Weg zu tun“. Medizinisches Personal werde im Krankenhaus bleiben, um sich um Patienten zu kümmern, die die Klinik nicht verlassen könnten, hieß es weiter.

Die israelische Armee durchsuchte den vierten Tag in Folge den weitläufigen Gebäudekomplex des Krankenhauses, unter dem sie eine Kommandozentrale der im Gazastreifen herrschenden islamistischen Hamas vermutet. UNO-Angaben zufolge befanden sich vor der jüngsten Evakuierung rund 2300 Patienten, Verletzte und Vertriebene in dem Krankenhaus.

Lage im Westjordanland eskalierte weiter
Im Westjordanland tötete Israels Armee indes eigenen Angaben zufolge „mehrere Terroristen“ in einem Flüchtlingslager in der Stadt Nablus. Ein Fluggerät habe bei dem Einsatz in Balata deren Versteck angegriffen, teilte das Militär am Samstag mit. Palästinensischen Angaben zufolge wurden bei dem Drohnenangriff der israelischen Armee in der Nacht auf Samstag fünf Männer getötet. Laut der palästinensischen Nachrichtenagentur WAFA wurden dabei auch zwei Menschen verletzt.

Die Lage im Westjordanland hat sich seit Beginn des Kriegs zwischen Israel und der im Gazastreifen herrschenden islamistischen Hamas am 7. Oktober deutlich zugespitzt. Rund 200 Palästinenser wurden seither nach Angaben des Gesundheitsministeriums getötet.

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