Heute, am Allerseelentag, sind die Friedhöfe quer übers Land die beliebtesten Ziele der Österreicher. Und der bedeutendste Friedhof des Landes ist zweifellos der Wiener Zentralfriedhof. Diese Nekropole ist die letzte Ruhestätte von gut drei Millionen Menschen, verteilt auf über 330.000 Grabstellen. Und sie feiert demnächst im Jahr 2024 ihren 150. Geburtstag.
EINERSEITS könnte man meinen, dass der Wiener Zentralfriedhof doch nichts Besonderes sei. In nahezu allen Großstädten Europas wurden im ausgehenden 19. Jahrhundert im Zuge der Industrialisierung und des explosiven Anwachsens der Bevölkerung neue Begräbnisstätten begründet.
ANDERERSEITS ist der Zentralfriedhof nicht nur eine der größten Friedhofsanlagen Europas, er ist mit seinen vielen Ehrengräbern und den Jugendstil-Bauwerken auch ein bedeutendes Kulturdenkmal. Und er ist, so wie die Wiener Hochquellen-Wasserleitung, die heuer ihr 150-Jahre-Jubiläum feiert, wie die Donauregulierung und der Bau des neugotischen Wiener Rathauses ein zeitloses Denkmal für das Wirken der national-liberalen Bürgermeister Wiens, deren bedeutendster Cajetan Felder von 1868 bis 1878 war. Und erst nach dieser liberalen Ära in der Wiener Stadtpolitik kam die Zeit des Christlichsozialen Karl Lueger und dann, nach dem Ersten Weltkrieg, die Epoche des Roten Wien. Und jede dieser Perioden hat ihre Verdienste um unsere Bundeshauptstadt.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.