Erstmals in der Geschichte der Austria Presse Agentur (APA) erhält das Medienhaus eine Chefredakteurin. Die 38-jährige Wienerin Maria Scholl folgt Johannes Bruckenberger nach, der sich nach fünf Jahren an der Spitze der Nachrichtenagentur für einen führenden Posten im ORF bewirbt.
Scholl war bereits seit 2019 als stellvertretende APA-tätig, die gebürtige Wienerin studierte vergleichende Literaturwissenschaft und Psychologie, promovierte zu Methoden der Leseforschung und ist seit 2007 im Unternehmen. Ab 2010 war Scholl Redakteurin für Kultur und Wissenschaft. Seit 2018 nahm sie regelmäßig die Funktion der Newsmanagerin/Chefin vom Dienst wahr.
Ein Jahr darauf stieg sie zur stv. Chefredakteurin auf und verantwortete in dieser Funktion zuletzt zentrale Struktur- und Technologieprojekte für die Redaktion.
Scholl als absolutes „Role Model“
Scholl sei ein „Role Model für das zukunftsorientierte Newsroom-Management im Agenturjournalismus“, würdigte APA-Geschäftsführer Clemens Pig die neue Chefredakteurin in einer Aussendung: „Ich freue mich sehr, dass wir Maria und ihre international anerkannte Agentur- und Medienexpertise für diese zentrale und verantwortungsvolle Führungsfunktion in der APA gewinnen konnten.“
Als „logische Nachfolgerin“ gewürdigt
Die APA-Gremien haben dem Wechsel bereits zugestimmt. Hermann Petz als Vorsitzender des Vorstands und Roland Weißmann als Vorsitzender des APA-Aufsichtsrats gratulierten Scholl und bezeichneten sie als „logische Nachfolgerin und verlässliche Garantin für Qualität und digitale Transformation der Redaktion“.
Die so Gepriesene zeigte sich überzeugt, dass die APA aufgrund ihrer spezifischen Stärke in der Mischung aus Journalismus und Innovationskraft gerade jetzt gefragt sei: „Die APA-Redaktion sorgt nonstop für die Versorgung mit relevanter, qualitätsvoller und unabhängiger Berichterstattung und nimmt zugleich eine Vorreiterrolle in der digitalen Transformation der Medienlandschaft ein.“
Bruckenberger geht nach fast 30 Jahren
Scholls Amtsvorgänger Johannes Bruckenberger war seit 1994 und damit fast drei Jahrzehnte für die APA tätig. Nach Start seiner journalistischen Karriere bei der „Salzkammergut Zeitung“ dockte er bei der Nachrichtenagentur an, wo er unter anderem für die Journale Medien, Bildung, Forschung und das Chronik-Ressort tätig war.
1998 wurde er Medienredakteur der APA, zwei Jahre später Chef vom Dienst. 2004 stieg Bruckenberger zum stellvertretenden APA-Chefredakteur auf und leitete ab 2016 das Innenpolitik-Ressort. 2019 übernahm er schließlich den Chefredakteursposten von Michael Lang.
Ex-Chef sieht „Point of no Return“
Für seine Tätigkeit an der Spitze der APA-Redaktion wurde Bruckenberger zweimal zum Chefredakteur des Jahres gewählt. Das Branchenmagazin „Österreichs Journalist:in“ übergab ihm die Auszeichnungen in den Jahren 2019 und 2022. „Auch wenn Ausschreibung, Hearings und Auswahlverfahren im ORF erst laufen und eine etwaige Bestellung vom Ausgang dieses Prozederes abhängig ist, ergibt sich für mich in meiner Funktion als APA-Chefredakteur bereits jetzt ein ‘Point of no return‘“, begründete Bruckenberger seinen Rücktritt. Er verbleibt vorerst als einfaches Mitglied in der Chefredaktion.
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