Unwetter

Versicherungen stehen vor neuen Herausforderungen

Kärnten
24.09.2023 06:30

In Kärnten gibt es mittlerweile keine Region mehr, die in den vergangenen Jahren nicht von einem Unwetter heimgesucht worden ist. Die Schäden werden immer größer - und das wird zur Herausforderung für Bewohner und Versicherer. Florian Traußnig von der Koban Südvers-Gruppe spricht im „Krone“-Interview über das Unwetterjahr 2023, Preissteigerungen und die Versicherung als „letzte Verteidigungslinie“

„Krone“Herr Traußnig, die Unwetter im Juli und August haben in Kärnten unzählige Wohnhäuser beschädigt oder gar zerstört. Wie sieht es aktuell mit der versicherungstechnischen Schadensaufarbeitung aus?

Florian Traußnig: Vorweg muss ich sagen, dass im heurigen Jahr die Schadenssummen der extremen Hagelereignisse von 2014 und 2015 bereits jetzt schon überschritten wurden. Die Versicherer sind aktuell noch mitten in der Schadensabwicklung.

Florian Traußnig, Geschäftsführer Koban Südvers GmbH (Bild: Schwab Alexander)
Florian Traußnig, Geschäftsführer Koban Südvers GmbH

Da Naturkatastrophen bei uns zunehmen – wie wirkt sich das auf den Versicherungsschutz aus?

Aufgrund der weltweiten Zunahme von Katastrophen wie Erdbeben, Stürme, Hochwasser kommen auch die Rückversicherer – also eine Versicherung, die eine andere Versicherung finanziell absichert – nicht mehr dazu, die Schäden zu bepreisen und zu modellieren. Das bedeutet wiederum, dass es auch am Erstversicherungsmarkt zu einem Anstieg der Prämien sowie zu einer Einschränkung der jeweiligen Deckungen kommen wird. Die Verhandlungen dazu laufen bereits.

(Bild: APA/GERT EGGENBERGER)

Was raten Sie also den Familien, die sich aktuell Eigenheime anschaffen?

Da davon auszugehen ist, dass Versicherer den Schutz in Zukunft noch viel mehr einschränken werden, man aber jetzt noch relativ gute Deckungen am Markt bekommt, sollte man rasch möglichst langfristige Verträge abschließen.

Was sollte man in der heutigen Zeit zudem beachten? 

Risikomanagement sowie entsprechende bauliche Maßnahmen können Schadensfälle bereits im Vorfeld verhindern oder zumindest minimieren. Die Versicherung sollte daher immer als letzte Verteidigungslinie gesehen werden.

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