Die „Krone“ präsentiert die Transferbombe: Nach seinem Karriereende im Frühjahr wurde Kärntens Eishockey-Legende Thomas Koch verpflichtet - der 40-Jährige wird seine Expertise als Kolumnist einbringen. KAC und VSV traut er eine starke Saison zu. In Klagenfurt ist die Atmosphäre locker, ein „Polizist“ fehlt. Für Villach ist der Österreicher-Stamm wichtig.
Für mich war es echt ungewohnt, mich nach dem Karriereende im Sommertraining nicht zweimal am Tag quälen zu müssen. Dadurch hatte ich mehr Zeit für die Familie. Aber je näher der Saisonstart rückt, desto wehmütiger werde ich. Erstmals seit 24 Jahren gehe ich nicht als Eishockey-Profi in die neue Saison, die Spiele werden mir abgehen.
Da ich mit meiner verletzten Hand immer noch Probleme habe, war es der richtige Schritt, den Schlussstrich zu ziehen. Ich bin froh, dass ich neben meiner Haupttätigkeit als Immobilienmakler meine Eishockey-Expertise jetzt als Kolumnist für die „Krone“ einbringen kann – und so meinem Sport weiterhin verbunden bleibe.
Nach meinem Abgang ist beim KAC einiges neu. Allen voran gibt es mit meinen Ex-Kollegen Furey und Fischer ein neues Trainerduo. Sie haben den Vorteil, dass sie den Klub auswendig kennen. Man merkt, dass die Atmosphäre gelockert ist – ein anderer Weg als zuvor.
Klar hat es mehr Abgänge als Zugänge gegeben. Aber das schafft Platz für die junge Generation. Sollten alle fit bleiben, ist der Kader gut. Johannes Bischofberger ist ja wie ein Neuzugang. Von Spielern wie Preiml, Hochegger oder vanEe erwarte ich den nächsten Schritt. Geplant ist ein offensiveres Eishockey, das die Fans begeistert. Da muss natürlich die Balance gefunden werden.
Wichtig wird sein, dass in schlechten Phasen die Ruhe bewahrt wird. Jedes Spiel zu gewinnen ist unmöglich. Was mir aber beim Kader fehlt, ist jemand, der die Stars beschützt. Ein harter „Polizist“, der auch Eishockey spielen kann. Denn der KAC muss sich am Eis mehr Respekt verschaffen!
Der VSV hat sich im Laufe der letzten Jahre unter der neuen Führung einen starken Österreicher-Stamm aufgebaut – der Schlüssel für Erfolg. Mit Rauchenwald, Lindner, Maxa, Rebernig und Richter hat man heimische Qualität dazu geholt.
Sieht man sich den Kader an, ist Routine Trumpf. Das ist nie schlecht, die Qualität ist da. Aber es war in den letzten Jahren schon so, dass Villach im Grunddurchgang gut war, hinten raus die Körner gefehlt haben. Auch Lamoureux im Tor könnte Pausen vertragen – mit Swette hat man einen starken Backup.
Trotzdem ist eines klar: Vor allem in Villach hängen die Trauben hoch, dort zu gewinnen war stets schwer. Wenn für einen Klub alles aufgeht, könnte der Titel zurück nach Kärnten kommen.
Thomas Koch, Kronenzeitung
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.