Im Herbst sollen ja die Bauarbeiten für das neue Badehaus beim Strandbad Klagenfurt beginnen, doch Grünen-Chefin Olga Voglauer sieht das gesamte Projekt kritisch.
„Die Entscheidungen für das Projekt sind ja schon alle gefallen, aber die Details sind rar gesät. Hier werden Millionen investiert, ohne die Bürger dieser Stadt auch nur irgendwie einzubeziehen“, prangert Olga Voglauer, Landessprecherin der Grünen, an. „Freie Flächen in Kärnten werden immer weniger und besonders um den See ist schon fast alles zugebaut. Da muss man dieses Badehaus hinterfragen. Wir haben schließlich keine Saunakrise, sondern eine Klimakrise!“
Besonders am Verlust der freien Flächen stören sich die Grünen: „Hier wird Grünraum zubetoniert, alte Bäume abgeholzt und ein weiterer freier Seezugang geht verloren.“ Auch die Beachvolleyplätze im Süden des Strandbads müssen dem Projekt weichen. „Und wem kommt das letztendlich zugute, wer wird sich das leisten können?“, verweist Voglauer auf übliche Eintrittspreise zu Badehäusern zwischen 30 und 50 Euro. „Aus einem wertvollen Lebensraum für alle wird hier ein Wellnesstempel für die wenigen.“
Zweifel an Investitionen und Baustart
Für die Grünen wären Investitionen der Stadtwerke in anderen Bereichen wichtiger. „Die Energiekrise hat gezeigt, dass sich bei Energiegemeinschaften und Photovoltaik-Anlagen in Klagenfurt noch einiges tun muss. Auch der Netzausbau gehört forciert“, schlägt die Grünen-Chefin vor. „Stattdessen wird ohne Bürgerbeteiligung dieses Projekt durchgezogen. Das Strandbad ist ein architektonisches Juwel und fixer Bestandteil der Stadt - hier sollte man wirklich alle miteinbeziehen.“ Außerdem zweifelt sie den geplanten Baustart im Herbst an: „Nach unseren Informationen wurden noch keine Pläne eingereicht und eine Widmung gibt es auch noch nicht.“
Aktionstag am Gelände
Am Sonntag, 16. Juli, um 10 Uhr (Treffpunkt bei der Parkbank bei der Hundewiese direkt am See) veranstalten die Grünen nun einen Aktionstag am Gelände. „Damit sich die Klagenfurterinnen und Klagenfurter selbst ein Bild von der Lage machen können und ihre Stimme gehört wird“, betont Voglauer. „Zusätzlich haben wir auf ostbucht-bleibt.at eine Online-Petition gestartet, um den letzten freien Seezugang in Klagenfurt zu erhalten.“
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