So, 19. August 2018

Tollpatschiger Coup

13.12.2011 15:19

Betrüger wollten 50.000 Euro für falsches Fabergé-Ei

Vier Betrüger haben einen Abnehmer für ein gefälschtes Fabergé-Ei (Bilder) gesucht - und sind an einen verdeckten Ermittler des Wiener Landeskriminalamts geraten. Bei der Übergabe des Schmuckstücks - im tatsächlichen Wert von einigen Hundert Euro - wurden die aus Linz angereisten Verdächtigen am Montagabend festgenommen. Sie hatten gehofft, 50.000 Euro für die Fälschung zu erhalten.

Anfang Dezember hatten die Ermittler des Wiener Landeskriminalamts einen Tipp erhalten: Vier Männer im Alter von 22 bis 51 Jahren seien auf der Suche nach einem Käufer für ein angeblich äußerst wertvolles Fabergé-Ei. Ein verdeckter Ermittler trat daraufhin mit den Hehlern in Kontakt. Vor einer Woche trafen sich die vier Oberösterreicher und der Kriminalist in einem Kaffeehaus auf der Wiener Mariahilfer Straße, wo ein Kaufpreis von 50.000 Euro ausgehandelt wurde.

Betrüger-Quartett nicht geständig
Der Verkäufer brachte zu diesem Treffen einen Laptop mit, auf dem er das Fabergé-Ei als 500.000 Euro teure Preziose anpries, die aus einem Einbruch in Niederösterreich stamme. Als "Beweis" zeigte er auf seinem Notebook dann ein Foto des Kunstwerks auf der Sachen-Fahndungsliste des Bundeskriminalamts.

Am Montagabend sollte dann die Übergabe von Ei und Geld stattfinden. Erneut fanden sich Kriminalist und Verkäufer in dem Kaffeehaus ein, von dort wurde der Ermittler zu einem nahe gelegenen Hotel gelotst, wo die drei Komplizen mit dem prunkvoll gestalteten Ei warteten und es ihrem "Kunden" auf einer Toilette im Eingangsbereich präsentierten. Dort schlugen die Ermittler zu. Alle vier Verdächtigen wurden festgenommen, berichtete die Polizei. Gestehen wollte allerdings keiner von ihnen.

Täuschend echtes Fabergé-Ei
Schließlich stellte sich heraus, dass es sich bei dem übergebenen Schmuckstück nicht um das in Niederösterreich gestohlene handelt. Bei jenem, das im Mai 2010 entwendet wurde, dürfte es sich nach bisherigen Erkenntnissen tatsächlich um ein echtes Fabergé-Ei handeln. Die angebotene Fälschung sieht laut Polizei aber täuschend echt und genauso aus wie das gesuchte. Den vier Verdächtigen wird demnach nicht Hehlerei, sondern schwerer Betrug vorgeworfen.

Als Fabergé-Eier werden Schmuckgegenstände in Form von Ostereiern bezeichnet, die aus der Werkstatt des Goldschmieds Carl Peter Fabergé in St. Petersburg stammen und von 1885 bis 1917 gefertigt wurden. Sie gelten als Inbegriff von Goldschmiedekunst und sind ein Synonym für Luxus.

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