Wirtschafts-Umfrage

Trübe Aussichten: Kärntner Firmen geben nicht auf

Kärnten
26.06.2023 18:44

Die Inflation ist voll angekommen und die Auftragslage hat nachgelassen. Die Kärntner Firmenchefs wollen trotzdem investieren und ausbilden.

Die Präsentation einer Unternehmerumfrage in der Wirtschaftskammer Kärnten am Montag wollte so gar nicht zum strahlenden Sonnenschein draußen passen. Dafür wurden 3700 Betriebe befragt - 309 davon aus Kärnten. Mehr als die Hälfte der Firmen beurteilt ihre aktuelle Situation negativ. Die 40.000 Unternehmen, die in Kärnten für rund 200.000 Arbeitsplätze sorgen, stehen nach der Corona- und Energiekrise vor einer neuen Herausforderung.

„Die Stimmung war ja schon zu Beginn des Jahres eingetrübt, aber mittlerweile hat die Geschäftslage nachgezogen“, erklärt Jürgen Mandl, Präsident der Wirtschaftskammer. „Besonderer Druck geht von Personalkosten und dem Fachkräftemangel aus.“ Er appelliert an die Politik, bessere Rahmenbedingungen zu schaffen, damit der Trend bald wieder nach oben zeigt. „Im Vergleich zu 2018 stehen wir gut da, aber eine echte positive Entwicklung erwarten wir erst wieder für 2024/2025.“

Zitat Icon

Wenn wir Arbeits-, Öffnungszeiten und Leistung reduzieren, werden wir unseren Wohlstand und auch den Sozialstaat nicht weiter erhalten können.

Jürgen Mandl, Präsident, Wirtschaftskammer Kärnten

Politik verspricht Maßnahmen
„Wir legen unseren Fokus voll auf den Arbeitskräftemangel“, verspricht Landeshauptmann Peter Kaiser: „Ich danke für diese wichtige Einschätzung der Stimmung.“ Besonders für ältere Arbeitskräfte, auch jene im Ruhestand, sollte es laut Kaiser Erleichterungen geben. Aber auch generell braucht es mehr Anreize, „damit die Leute von Teilzeit auf Vollzeit wechseln“. Große Erwartungen setzt der Landeshauptmann in die Koralmbahn: „Hier wird in Kürze ein Wirtschaftsraum mit 1,5 Millionen Menschen und 500.000 Arbeitskräften zusammenwachsen. Daher gibt es schon jetzt eine enge Kooperation mit der Steiermark.“

Wirtschafts-Landesrat Sebastian Schuschnig ergänzt: „Kärntens Wirtschaft muss fit sein, um die Jahrtausendchance Koralmbahn nutzen zu können. Jetzt ist ein Schulterschluss notwendig.“ Gerade auch bei Energiethemen will er mehr weiterbringen: „Windräder sind vielleicht unpopulär, aber noch unbeliebter sind Stromrechnungen, die sich plötzlich verdoppeln. Wir müssen unabhängig von Importen werden; ob mit Wind, Wasser oder Sonne.“ Ein Fokus liegt auf Speicherlösungen und Energiegemeinschaften, die attraktiver werden sollen - „aber nicht ohne den gleichzeitigen Ausbau des Stromnetzes“.

Unternehmen werden selbst tätig
Die Unternehmen nehmen die Krise aber nicht bloß hin. „Wenn es um Lehrlinge geht, wollen 82 Prozent diese selbst ausbilden“, stellt Herwig Draxler, Leiter der Wirtschaftspolitik der WKK, klar. „Zusätzlich wollen über 60 Prozent Investitionen tätigen.“ Trotzdem sieht er die Situation weiter kritisch: „Bei der Wirtschaft ist der Fuß derzeit auf die Bremse, denn zwei Drittel erwarten einen Rückgang. Die Frage ist nur: Wird es eine Vollbremsung, oder nicht?“

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