Mi, 22. August 2018

Bundesheer-Streit

02.12.2011 15:40

Auch Offiziere für Pilotprojekte mit Berufstruppe

Überraschende Großoffensive hochrangiger Offiziere gegen die Reformblockade im österreichischen Bundesheer: Drei Brigadiere und auch der Militärkommandant von Wien sprechen sich nun klar für jene Pilotprojekte aus, die eine umfassende Armee-Reform in Richtung Freiwilligenheer ermöglichen sollen. Die ÖVP bleibt aber dabei: Verteidigungsminister Norbert Darabos und seine Projekte seien "ein Sicherheitsrisiko".

Mit der aktuellen Wortmeldung von vier der bedeutendsten österreichischen Offizieren wandelt sich die bisherige Position der Bundesheer-Führung deutlich: Die Initiative zeigt, dass in der Heeresführung keinesfalls eine geschlossene Reformverweigerung vorhanden sein kann.

"Erhöht Überlebensfähigkeit der Soldaten"
So liefert etwa Brigadier Thomas Starlinger, der Kommandant der 7. Jägerbrigade (3.500 Soldaten), nachvollziehbare Argumente pro Berufsheer: "Eine höhere Professionalität der Truppe erhöht vor allem die Überlebensfähigkeit der Soldaten bei ihren Einsätzen. Mit den in nur sechs Monaten ausgebildeten Grundwehrdienern sind Kriseneinsätze einfach nicht durchführbar. Es würde ja auch niemand einen nur ein paar Monate ausgebildeten Polizisten zum Dienst auf die Straße schicken. Die Pilotprojekte hätten schon viel früher kommen müssen."

"Sollten uns das ohne Vorurteile ansehen"
Auch Oberst Gerhard Skalvy, der diensthabende Militärkommandant von Wien, spricht sich für die Pilotprojekte aus, die auch die Miliz stärken und aufwerten sollen: "Wir sollten uns das ohne Vorurteile ansehen. Das ist doch ein Beitrag zu einer sachlichen Diskussion zum Wehrsystem." Ebenso dieser Meinung sind der Salzburger Militärkommandant Heinz Hufler und sein steirischer Kollege Heinz Zöllner.

ÖVP: "Darabos hat herzlich wenig vorgelegt"
Die ÖVP hingegen bleibt auf Konfrontationskurs mit Verteidigungsminister Darabos. ÖVP-Generalsekretär Hannes Rauch: "Mit der Sicherheit spielt man nicht. Noch immer gibt es offene Fragen zu den Rechtsgrundlagen und zu den Kosten dieser Pilotversuche. Bisher hat Darabos herzlich wenig vorgelegt."

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