Ein Bündnis aus Eltern, Lehrern und Schülern marschierte vor dem Landhaus in Bregenz auf, um auf die Missstände hinzuweisen
„Ich bin froh, dass mein Kind nicht mehr in der Pflichtschule ist“, drückt eine Mutter ihr Bedauern über die Fehlentwicklungen der vergangenen Jahre im Bildungssystem aus. Dass die Bildungsqualität stark abgenommen habe, hört man von vielen Teilnehmern der Kundgebung. Rund 300 Eltern, Lehrer, Schüler, Personalvertreter sind am Donnerstag auf den Vorplatz des Landhauses gekommen, um unter dem Motto „Baustelle Bildung“ ihrem Unmut über die „Untätigkeit der Politik“ Luft zu machen.
Damit beteiligt man sich auch im Ländle an den bundesweiten Protesten gegen die „Bildungskrise“. Der Hauptgrund für die angespannte Situation ist der akute Lehrermangel - und die große Pensionierungswelle steht noch bevor. Für das kommende Schuljahr sind rund 75 Stellen in den Pflichtschulen unbesetzt. Nach Angaben der Personalvertretung fehlen aber eigentlich jetzt schon rund 300 Vollzeitposten im System.
2400 Unterschriften von Lehrern übergeben
„Die Förderung der Kinder leidet massiv“, warnt die Vorsitzende der Pflichtschullehrergewerkschaft, Alexandra Loser. Groß ist der Ärger auch über das Hin und Her des Landes bei der gemeinsamen Schule, die trotz Regierungsbeschluss wieder in der Schublade verschwunden ist. „Wir müssen dieses einfältige Bildungssystem loswerden“, fordert auch Birgit Sieber-Mayr, Pädagogin an der Volksschule Kirchdorf in Lustenau.
Bildungslandesrätin Barbara Schöbi-Fink werden 2400 Unterschriften von Lehrern übergeben, die eine Modernisierung des Schulsystems und mehr Investitionen in die Bildung fordern. „Ich versichere euch, dass ihr mit uns Mitstreiter habt, um den Bund aufzufordern, bessere Rahmenbedingungen zu schaffen und mehr Lehrer in die Schulen zu bringen“, lautet ihr kurzes Statement bei der Übergabe.
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