Plus von 157 Prozent

Hotelierin verärgert: 3000 Euro pro Monat für Gas

Tirol
05.06.2023 09:00

Die Mutter einer Tiroler Hotel-Betreiberin ist fassungslos. Der Gaslieferant Tigas verlangt ab 1. Juli nämlich stolze 157 Prozent mehr. Durch den Bonus ist es unterm Strich eine Verdoppelung von 1500 auf 3000 Euro. „Es kann nicht sein, dass die Politik hier nicht eingreift“, betont sie.

„Massive Preissteigerung für die Tiroler Gaskunden“ titelte die „Krone“ Mitte Mai. Wie berichtet, kündigte der Erdgas-Versorger eine Erhöhung des reinen Arbeitspreises für Bestandskunden von 5,85 auf 15,05 Euro brutto pro Kilowattstunde an. „Die hohen Beschaffungskosten aus dem Vorjahr mit teilweise mehr als 300 Euro pro Megawattstunde schlagen irgendwann auch beim Endverbraucher durch, zumal wir keine Eigenerzeugung haben“, begründete Tigas-Geschäftsführer Martin Grubhofer die massive Preisexplosion.

Mit einem „zeitlich befristeten Aktionsbonus“ versuchte man, die Kunden zugleich zumindest ein wenig zu beruhigen.

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Für das Hotel bedeutet das, dass die monatliche Rechnung statt bisher 1500 rund 3000 Euro ausmachen wird.

Christa Fahringer

Preis wurde im Vorjahr schon einmal verdoppelt
Die konkreten Auswirkungen machen sich nun bemerkbar. Christa Fahringer meldete sich bei der „Tiroler Krone“. Mit ihrem Ehemann gründete sie im Jahr 2005 ein Hotel in Kufstein. 2019 übergaben sie den Betrieb an Tochter Viktoria und deren Schwester. „Viktorias Home“ heißt das Hotel seither. Vor wenigen Tagen landete ein Informationsschreiben der Tigas im Briefkasten des Hotels. Die Mutter schickte der „Krone“ ein Foto des Schreibens. Darin steht, dass der Gaspreis, der sich noch bis 30. Juni auf rund 5,2 Cent pro Kilowattstunde beläuft, ab 1. Juli auf rund 13,4 Cent erhöht wird. Ein Plus von stolzen 157 Prozent! Durch den Tigas-Bonus sind es „nur“ 10,2 Cent.

Symbolbild (Bild: stock.adobe.com)
Symbolbild

„Für das Hotel bedeutet das, dass die monatliche Rechnung statt bisher 1500 rund 3000 Euro ausmachen wird. Früher waren es noch 800 €. Doch es gab schon im Vorjahr eine Verdoppelung“, sagt die Mutter am Telefon.

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Es kann nicht sein, dass hier nicht eingegriffen wird. Schließlich gehört die Tigas - so wie die Tiwag - uns allen.

Christa Fahringer

„Andere Anbieter im Internet sind günstiger“
Für Christa Fahringer absolut unverständlich. Die Hotelierin griff sofort zum Telefonhörer und rief das Service Center der Tigas an, um die konkrete Begründung für die massive Erhöhung in Erfahrung zu bringen. „Die Dame am anderen Ende meinte kurz und knapp, dass halt alles teurer werde“, schildert sie. Für Fahringer besonders kurios: „Ich habe auf durchblicker.at den Preis mit anderen Anbietern verglichen. Diese sind deutlich günstiger als die Tigas.“

Ob die Tochter nun einen Wechsel zu einem anderen Gaslieferanten machen werde, sei noch unklar. Die Mutter sieht jetzt jedenfalls die Politiker im Land in der Pflicht. „Schließlich gehört die Tigas - so wie die Tiwag - uns allen. Es kann nicht sein, dass hier nicht eingegriffen wird.“ Abschließend meint Fahringer, dass man von den Hotelgästen „ja auch nicht plötzlich einen doppelt so hohen Preis verlangen kann“.

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