Man kennt‘s: Bei der Trafik, im Café, beim Obststand kann man nur bar zahlen, rennt dann oft minutenlang durch die Stadt, bevor man einen Bankomaten findet. Aber warum gibt es davon immer weniger, obwohl wir, die Österreicher, so gerne mit Bargeld zahlen? Warum werden künftig weniger Münzen hergestellt? Und wieso hängen wir eigentlich so am Baren?
„Viel Glück beim Versuch, mit Bargeld zu zahlen!“ Das war die Antwort, die ich bekam, als ich einen Freund fragte, wie viel Geld ich für meinen Besuch bei ihm in Göteborg, Schweden, wechseln sollte. Und tatsächlich: Vier Tage lang konnte ich alles problemlos mit der Bankomatkarte bzw. sogar mit meinem Smartphone zahlen. Kurz nach diesem Urlaub war ich dienstlich in London, und auch hier: Der Kaffee am Morgen, die Zeitung in der Trafik, Postkarten und Briefmarken beim Straßenstand, ja sogar das Trinkgeld für den Straßenmusiker – für all das und mehr brauchte ich nur kurz mein Handy zu zücken.
Wieder zu Hause ist alles anders: „Cash only“ steht in großen, roten Lettern am Eingang vieler Cafés und Wirtshäuser, in etlichen Lokalen ist es erst ab einem gewissen Betrag möglich, mit Karte zu zahlen. Wer das weiß, kann ja vorab Geld abheben. Aber wo? In Klagenfurt suche ich derzeit nicht nur Geschenke, sondern auch einen Geldautomaten. Und selbst mitten im ersten Wiener Bezirk musste ich jüngst knapp eine Viertelstunde nach einem Bankomaten Ausschau halten – unterwegs fand ich einen, dem allerdings das Bargeld ausgegangen war; und einen anderen, der fünf Euro Behebungsgebühr verlangt.
Deshalb gibt es immer weniger Bankomaten in Österreich
Vollkommen entnervt verwarf ich dann die Suche nach Bargeld – und einem Kaffee – und frage mich seither: Wo sind die ganzen Bankomaten hin? Dass diese Geld speienden Geräte in Österreich immer weniger werden, ist nämlich keine Einbildung – immer mehr Automaten werden tatsächlich abgebaut. Mich interessiert: Hält dieser Trend an? Wird etwas dagegen unternommen – wenn ja, was? Und warum macht uns die Debatte um die „Abschaffung“ von Bargeld eigentlich immer so emotional?
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