„Fest der Freude“

Van der Bellen ortet Angst vor bunter Gesellschaft

Politik & Wirtschaft
08.05.2023 22:11

Zum elften Mal fand am Wiener Heldenplatz das „Fest der Freude“, im Rahmen dessen der Befreiung Österreichs von der nationalsozialistischen Herrschaft gedacht wird, statt. Das Motto des diesjährigen Fests lautete Zivilcourage, zu der auch Bundespräsident Alexander Van der Bellen in seiner Rede aufrief.

Der rot-weiß-rote Staatschef erinnerte daran, dass es in großen Teilen der Bevölkerung noch immer die Sehnsucht nach dem „starken Mann“ gebe - sowie die Angst vor einer bunten, vielfältigen Gesellschaft. Dies seien Ansichten, „weil eine Haltung ist es nicht“.

„Hinsehen und Handeln, das ist Zivilcourage, das ist Haltung“, appellierte Van der Bellen an die Österreicherinnen und Österreicher. Haltung gebe es aber nicht zum Nulltarif, noch sei der Einsatz überschaubar.

Musikalisch wurde das Fest unter anderem von den Wiener Symphonikern und dem Liedermacher Konstantin Wecker begleitet. (Bild: APA/GEORG HOCHMUTH)
Musikalisch wurde das Fest unter anderem von den Wiener Symphonikern und dem Liedermacher Konstantin Wecker begleitet.

„Sprachliche Attacken sind der Vorschlaghammer“
Der Bundespräsident erinnerte - ohne Namen zu nennen - auch daran, dass immer wieder grundlegende demokratische Werte infrage gestellt würden - „nicht verklausuliert, sondern offen und medienwirksam“. Es sei nicht genug, solchen Reden keine Beachtung zu schenken. „Sprachliche Attacken sind der Vorschlaghammer, mit dem die Mauer des Humanismus mürbe geschlagen wird.“ Zivilcourage sei daher auch schon heute gefragt und „nicht erst, wenn es wahren Heldenmut benötigt“.

Zuvor hatte der Vorsitzende des Mauthausen Komitees, Willi Mernyi, traditionell nur eine Gruppe unter den Gästen begrüßt: die Zeitzeugen. „Ihr seid Vorbild, Mahnerinnen und Mahner“, sagte er nicht nur zu den anwesenden Überlebenden des Holocausts. „Ihr steht für das ,Niemals wieder‘ und das ,Niemals vergessen‘.“ Auch Mernyi betonte Werte wie Solidarität und Zivilcourage. Dies gelte nicht nur etwa gegenüber offenem Rassismus, sondern bereits gegenüber Hasskommentaren und Mobbing.

Zeitzeugin und sowjetische Soldaten
Den Höhepunkt bildeten die Worte der Zeitzeugin Anna Hackl gegen das Vergessen. Hackl nahm gemeinsam mit ihrer Familie im Nationalsozialismus zwei aus dem Konzentrationslager geflüchtete sowjetische Soldaten auf und versteckte sie bis Kriegsende vor der SS.

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