Politische Botschaften zum weiteren Ausbau der Windkraft gab‘s am Dienstag in Linz: Grünen-Politiker Leonore Gewessler und Stefan Kaineder halten raschere Verfahren für super, blauer Naturschutzlandesrat Manfred Haimbuchner warnt aber vor noch mehr Tierleid.
Windkraft ist auch in Oberösterreich Hoffnungsträger für weniger Abhängigkeit von fossilen Energieträgern aus womöglich politisch problematischen Quellen. Umweltlandesrat Stefan Kaineder und Klimaschutzministerin Leonore Gewessler, beide von den Grünen, machten am Dienstag Wind für das neue, gerade in Kraft getretene UVP-Gesetz, das „ein Turbo für die Energiewende“ sei und „ein Schlüssel zum Heben des enormen Windkraftpotenzials in Oberösterreich“. „Denn die Genehmigungsverfahren für Energiewendeprojekte werden künftig effizienter abgewickelt und unnötige Doppelprüfungen vermieden“, sagten die beiden Politiker bei einem gemeinsamen Auftritt in Linz. Für Oberösterreich bedeutet das neue Gesetz konkret, dass Windräder auch ohne entsprechenden Eintrag in Windzonenpläne eingereicht werden können.
Sein oder Nichtsein bei bedrohten Arten
Oft ist das Landschaftsbild Grund für Proteste gegen neue Windräder. FPÖ-Politiker Manfred Haimbuchner, der ja gerade in Sachen Energiepolitik gegen die „grüne Sackgasse“ plakatiert und agitiert, kontert als Naturschutzreferent des Landes Oberösterreich auch mit Warnungen vor Flächenfraß und Tierleid. Die Fundamentfläche eines Windrades betrage 300 bis 600 Quadratmeter und die sich drehenden Flügel würden Vögel vertreiben oder vereinzelt gar erschlagen: „Unterschiedliche Studien kommen zu einer Mortalität von 4 bis 7 Vögeln sowie 5 Fledermäusen pro Windrad und Jahr“, so Haimbuchner. Klingt nach wenig, kann aber gerade bei bedrohten Arten mit wenigen Individuen (wie etwa Rotmilan und Kaiseradler) über Sein oder Nichtsein entscheiden.
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