Erster Gerichtstermin

US-Leak: Verdächtiger bei Luft-Nationalgarde tätig

Ukraine-Krieg
14.04.2023 14:46

Nachdem brisante US-Geheimdienstdokumente aufgetaucht waren, wurde ein 21-jähriger Verdächtiger festgenommen. Bei ihm soll es sich um einen Angehörigen der Luft-Nationalgarde handeln. Jack T. steht am Freitag vor einem Bundesgericht.

Das gab Justizminister Merrick Garland bekannt. Jack T. wurde am Donnerstag in der Kleinstadt Dighton südlich von Boston im US-Staat Massachusetts festgenommen. Auf live im Fernsehen übertragenen Luftaufnahmen ist zu sehen, wie sich ein Mann in kurzer roter Hose und T-Shirt mit Händen hinter dem Kopf ergibt. In dieser Haltung bewegt er sich langsam rückwärts Richtung schwer bewaffneter Einsatzkräfte, die ihn dann festnehmen und mit Händen auf dem Rücken in eines ihrer Fahrzeuge schieben.

Der Verdächtige hatte seinen Job laut der Nationalgarde im September 2019 angetreten. Er arbeitete als IT- und Kommunikationsspezialist und hatte als solcher offenbar auch Zugang zu vielen Geheimdienstdokumenten. Der Mann mit dem Spitznamen „OG“ veröffentlichte der „Washington Post“ zufolge über Monate Hunderte Dokumente auf der Plattform Discord, die eigentlich besonders für den Austausch über Videospiele genutzt wird. Demnach erhielt die Redaktion von zwei anderen Mitgliedern der Gruppe Hinweise auf den Mann. In dieser waren ungefähr 24 Mitglieder, unter ihnen Personen aus Russland und der Ukraine.

Weißes Haus: Plattformen haben „Verantwortung gegenüber dem Land“
Die Sprecherin des Weißen Hauses, Karine Jean-Pierre, rief die Betreiberinnen und Betreiber von Online-Netzwerken angesichts des Vorfalls dazu auf, derartige Informationen nicht zu verbreiten. Die Unternehmen stünden aus Sicht der US-Regierung „in der Verantwortung gegenüber ihren Nutzern und dem Land“. Discord erklärte, das Unternehmen arbeite in der Angelegenheit mit den Strafverfolgungsbehörden zusammen.

US-Verteidigungsminister Lloyd Austin kündigte unterdessen an, den Zugang zu Geheimdienstinformationen zu prüfen und Kontrollverfahren im Ministerium einzuführen. Jeder Angehörige des US-Militärs und Mitarbeiter des Verteidigungsministeriums mit Zugang zu Geheimdokumenten unterliege einer rechtlichen und moralischen Pflicht, diese zu schützen und verdächtige Aktivitäten zu melden, sagte Austin.

Der Chef des Militärgeheimdienstes in Kiew, Kyrylo Budanow, sagte inzwischen, dass sich das Leck weder auf die geplante Offensive der Ukraine gegen Russland noch auf das Verhältnis zwischen den Regierungen in Kiew und Washington auswirken würde. Lediglich Moskau könne profitieren.

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