25.01.2023 06:00 |

Riskant und gefährlich

Wie das Weißensee-Eisteam die 11-Städtetour rettet

Nach starken Schneefällen startete ein riskanter und auch gefährlicher Einsatz, um den tausenden, begeisterten holländischen Kufenflitzern ihr wunderschönes Eislaufvergnügen auf dem Weißensee zu sichern.

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7 Uhr früh. Eigentlich sollten tausende holländische Eisläufer bereits ihre Runden ziehen, doch am Weißensee herrscht Ruhe. Stattdessen lastet 30 Zentimeter hoch feuchter und tonnenschwerer Schnee auf dem zugefrorenen See.

Am Südufer stehen Eislegende Norbert Jank und sein langjähriger und erfahrener Mitstreiter Hubert Stampfer: „Meinst geht’s?“ Die beiden Eismänner beraten. Montagabend meinte Norbert noch, dass die Elf-Städte-Eislauftour 2023 für heuer gelaufen sei. Dienstagfrüh sieht die Situation wieder anders aus. „Es gibt eine Chance!“, so Norbert zur „Krone“: „Weil wir bis spät abends die Bahnen schneefrei gehalten haben, können wir versuchen, die gut 13 Zentimeter Nassschnee, die in der Nacht noch gefallen sind, aus der Bahn zu schieben.“

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Unser Einsatz hat sich ausgezahlt, wir haben aber auch viel riskiert, denn wir hätten mit dem Auto auch einbrechen können..

Norbert Jank, Eismeister-Legende

Doch es ist ein gefährliches, riskantes Vorhaben. „Meine Frau erkundigt sich laufend, wie es uns geht“, erzählt Hubert: „Unsere Familien sind immer besorgt.“ Denn die Eisqualität ist schlecht; nur 21 Zentimeter dünn auf der Schattseit’n. Sein sollten es 40 oder mehr. Trotzdem trägt die Eisfläche tausende Kufenflitzer gefahrlos, wenn halt nicht das Problem mit dem Schnee wäre, der je nach Feuchtigkeit und Dichte bis zu 900 Kilogramm pro Kubikmeter wiegen kann.

Mit seiner jahrzehntelangen Erfahrung und dem richtigen G’spür wagt sich Norbert mit einem Ford Fiesta hinaus aufs Eis, das am Uferrand zehn Zentimeter tief unter Wasser steht; kurz darauf atmet er erleichtert auf: „Es geht!“ Doch schon gilt es das nächste Problem zu lösen. „Der Fiesta ist zu leicht, um den schweren Schnee aus den Bahnen zu räumen und unsere Mähtracs zu langsam“, stöhnt der 76-Jährige.

Etwas anderes muss her. „Denn wenn es eine Chance gibt, dann wollen wir unseren Gästen das Eislaufvergnügen bieten, für das sie seit Jahrzehnten dem Weißensee die Treue halten“, so Norbert. Also muss das Familienauto von Sohn Bernhard, ein allradgetriebener Suzuki herhalten, an dem ein selbst konstruierter Pflug, den Norbert sich in Japan abgeschaut hat, befestigt ist. Und der stundenlange, kräfteraubende Einsatz lohnt sich: Das Eisteam konnte eine zwei Kilometer lange, teils 15 Meter breite Eislaufbahn präparieren.

Norbert: „Jetzt brauchen wir nur noch kalte Tage und Nächte, dann können wir die restlichen Bahnen herrichten und mit etwas Glück kann am Freitag der zweite Volkslauf starten.“

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