12.05.2005 07:28 |

Stern am Himmel

Raumstation ISS mit bloßem Auge zu sehen

Am Himmel über Deutschland strahlt die internationale Raumstation ISS in den Nächten um Pfingsten besonders hell und minutenlang. In den Abendstunden bis etwa zum 18. Mai ist das mit 29.000 Kilometern pro Stunde über das Firmament rasende Objekt mit bloßem Auge zu erspähen.

"Es lohnt sich sehr zu kucken", sagte der wissenschaftliche Leiter der Berliner Wilhelm-Foerster- Sternwarte, Jochen Rose.

Das künstliche, von Menschen geschaffene Gestirn funkele heller als die hellsten Sterne. Allerdings dauert die Vorstellung immer nur ein paar Minuten. Die genaue Zeit des ISS-Auftritts hängt sowohl vom Tag als auch vom Beobachtungsort ab. Zu den Beobachtungsbedingungen sagte Rose: "Es muss möglichst dunkel sein, man muss sich unter der Laufbahn in Höhe von 348 bis 359 Kilometern befinden, und die internationale Station muss von der Sonne angeschienen werden." Tritt die ISS in den Erdschatten, ist Schluss mit der Vorstellung.

Die ISS wandert stets von Ost nach West über das Firmament und ist dabei zwischen einer und etwa sechs Minuten zu sehen. Die Wetterbedingungen sind für die Sterngucker in den Nächten günstig. Der Wetterdienst Meteomedia sagt Beobachtern in ganz Deutschland "gute Chancen für sternklaren Nachthimmel" zumindest bis etwa Samstag voraus.

Die ISS, der zurzeit weiteste bemannte Vorposten im Weltall, hat eine Spannweite von rund 109 Metern, ist 80 Meter lang und 88 Meter tief. Die Kosten für das Projekt betrugen bis jetzt etwa 100 Milliarden Euro. Die Station kann maximal sieben Astronauten aufnehmen. 16 Länder sind beteiligt.

Die ISS ist seit November 2000 ständig bemannt. Leroy Chiao und Salischan Scharipow sind die zehnte Langzeitbesatzung.

Samstag, 15. Mai 2021
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