„Ist ein Teufelskreis“

Wal-Art kurz vor Aussterben: Weniger als 10 Tiere

Wissen
02.12.2025 15:49
Porträt von krone.at
Von krone.at

Der Kalifornische Schweinswal hält einen traurigen Rekord: Er ist der am stärksten gefährdete Meeressäuger der Welt. Inzwischen gibt es weltweit weniger als zehn (!) der Tiere, wie im Oktober gezählt wurde. Das hat auch einen Grund.

Dass es nur noch so wenige von den Kalifornischen Schweinswalen gibt, liegt an der illegalen Fischerei – genauer der Stellnetzfischerei. Dabei werden Netzwände im Wasser aufgehängt. Eigentlich wollen die Fischer im nördlichen Golf von Kalifornien damit aber gar keine Schweinswale fangen, sie haben es auf den – ebenfalls gefährdeten – Totoaba-Fisch abgesehen.

Die Schwimmblase des Totoaba-Fisches gilt in China als Delikatesse, umgerechnet bis zu 8600 Euro pro Stück kann diese kosten. Die Kalifornischen Schweinswale, auch Vaquita genannt, gehen dabei als Beifang ins Netz. In den vergangenen 30 Jahren ist die Population des Meeressäugers um gewaltige 98 Prozent zurückgegangen.

Bei der Stellnetzfischerei werden Netze senkrecht aufgehängt oder aufgestellt.
Bei der Stellnetzfischerei werden Netze senkrecht aufgehängt oder aufgestellt.(Bild: dam@seaphotoart.com)

„Es ist ein Teufelskreis“, sagt Wissenschaftler Lorenzo Rojas Bracho dem US-Sender CNN. „Um die Vaquita zu retten, muss man den Beifang verhindern, und um den Beifang zu verhindern, muss man die Stellnetze abschaffen – und das ist nicht geschehen.“ Rojas Bracho setzt sich seit mehr als 30 Jahren für den Schutz des Kalifornischen Schweinswals ein.

Betonblöcke zum Schutz
Es gebe zwar Alternativen zur Stellnetzfischerei, aber die sind in der Regel teurer und weniger effizient. Deswegen gibt es für die Fischer keinen Anreiz, auf diese umzusteigen. Man hat auch schon versucht, die Fischer durch konkrete Maßnahmen abzuschrecken. So wurden Betonblöcke am Meeresboden aufgestellt, aus denen Haken herausragten, in denen sich die Fangnetze verhedderten. Das sei aber keine dauerhafte Lösung, stellt Rojas Bracho klar. 

Bei der Rettung des Kalifornischen Schweinswals könnte man aber auch schon früher ansetzen: beim Totoaba-Fisch. Man muss dafür sorgen, dass die Nachfrage nach dem Fisch sinkt, erklärt Paola Mosig Reidl von der NGO Traffic, die sich mit dem Handel von wilden Tieren und Pflanzen beschäftigt. 

Die Hoffnung bleibt
Obwohl es nur noch so wenige Kalifornische Schweinswale gibt, hat Rojas Bracho die Hoffnung noch nicht verloren. In den vergangenen zwei Jahren ist die Anzahl der Meeressäuger ziemlich stabil geblieben. Als positives Zeichen sieht der Wissenschaftler, dass bei der letzten Zählung der Tiere auch Kälber und Jungtiere dabei waren. „Wenn es Jungtiere gibt, bedeutet das, dass sie die schwierigsten Jahre ihres Lebens überstanden haben und dass es immer noch gesunde Tiere gibt, die Kälber zur Welt bringen. Das ist etwas, worüber man sich freuen kann“, so Rojas Bracho.

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