Regierung dementiert

Johnson: Berlin wollte Ukraine aufgeben

Ukraine-Krieg
23.11.2022 14:23

Die deutsche Regierung soll vor Kriegsbeginn für ein rasches Aufgeben der Ukraine plädiert haben. Das sagte zumindest der ehemalige britische Premierminister Boris Johnson. Berlin wies die Aussagen umgehend zurück.

„Die deutsche Ansicht war zu einem bestimmten Zeitpunkt, dass es besser wäre - wenn es (der russische Angriff) denn passieren würde, was eine Katastrophe wäre-, wenn die ganze Sache schnell vorbei wäre und die Ukraine aufgeben würde“, zitierte der US-Sender CNN Boris Johnson. Er habe das für eine katastrophale Sichtweise gehalten, die er nicht unterstützte, soll Johnson bereits am Montag in einem Gespräch mit CNN-Moderator Richard Quest gesagt haben. Dabei wandte der ehemalige Premier gleichzeitig ein, dass er den Gedanken verstehen könne. Deutschlands Regierung habe „alle möglichen stichhaltigen wirtschaftlichen Gründe“ hervorgebracht.

Johnson reiste nach Kiew
Boris Johnson reiste während des Kriegs selbst mehrmals nach Kiew. Dabei sei der russische Aufmarsch an den ukrainischen Grenzen ein Schock für ihn gewesen. „Wir konnten sehen, wie die Menge der russischen taktischen Bataillonsgruppen zunahm, aber verschiedene Länder hatten sehr unterschiedliche Ansichten“, sagte Johnson. Vor Kriegsbeginn hatten viele westliche Regierungen befürchtet, dass das ukrainische Militär aufgrund der Übermacht des russischen innerhalb weniger Tage geschlagen sein könnte.

Zitat Icon

Es gab einfach keine Option. Mit diesem Typen (Wladimir Putin, Anm.) konnte man nicht verhandeln.

Boris Johnson, Ex-Premier Großbritanniens

Mit dem russischen Angriff am 24. Februar hätten sich die Ansichten der westlichen Politikerinnen und Politiker aber geändert. „Was passierte, war, dass alle - Deutsche, Franzosen, Italiener, alle (US-Präsident) Joe Biden - sahen, dass es einfach keine Option gab. Weil man mit diesem Typen nicht verhandeln konnte“, sagte Johnson mit Blick auf den russischen Präsidenten Wladimir Putin.

Berlin: Johnson unterhaltsam
Die deutsche Regierung wies die Aussagen bereits zurück. „Wir wissen, dass der sehr unterhaltsame frühere Premier immer ein eigenes Verhältnis zur Wahrheit hat - das ist auch in diesem Fall nicht anders“, Sprecher Steffen Hebestreit. Die Regierung unter Bundeskanzler Olaf Scholz hätte substanzielle Waffenlieferungen an die Ukraine geleistet. 

Zitat Icon

Der sehr unterhaltsame frühere Premier hat immer ein eigenes Verhältnis zur Wahrheit.

Steffen Hebestreit, deutscher Regierungssprecher

Das Europaparlament hat die russische Regierung erst am Mittwoch als staatlicher Unterstützer von Terrorismus eingestuft. Begründet wurde das unter anderem mit den Angriffen auf zivile Ziele wie Krankenhäuser und Schulen.

 krone.at
krone.at
Loading...
00:00 / 00:00
play_arrow
close
expand_more
Loading...
replay_10
skip_previous
play_arrow
skip_next
forward_10
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
explore
Neue "Stories" entdecken
Beta
Loading
Kommentare

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).



Kostenlose Spiele