„Formel Gähn“?

Die Formel 1 boomt – nur in Deutschland gar nicht

Formel 1
01.11.2022 06:58
Porträt von krone Sport
Von krone Sport

Volle Tribünen, ein weltweiter Boom - so wird die Formel-1-Szene aktuell wohl gemeinhin wahrgenommen. Ein Kern-Markt schwächelt aber: Deutschland. Die „Bild“ formuliert‘s überhaupt drastisch und meint, Max Verstappen würde die Formel 1 „kaputtsiegen“ und zur „Formel Gähn“ verkommen lassen. So knallig die Schlagzeile auch daherkommt - die angeführten Gründe muten durchaus triftig an.

Als da wären: Kein deutscher Fahrer mischt ernsthaft im Spitzenfeld mit, ein deutsches Team auch nicht. Das Team der Stunde firmiert unter österreichisch-britischer Flagge: An Red Bull gibt‘s kein Vorbeikommen. Ebenso wenig wie am Seriensieger Max Verstappen, Holländer. Und ein Rennen in Deutschland ist weiter nicht in Sicht. Ein Gemisch, das, so die „Bild“, die deutschen Fans „wenig interessieren“.

Wenig TV-Zuschauer
Und sie unterfüttert die These mit Fakten, in Form der ausgewiesenen TV-Zuschauerzahlen. Diese beliefen sich beim Pay-TV-Sender „Sky“ während der Übertragung des Mexiko-Grand-Prix durchschnittlich auf etwas mehr als 780.000, über die Saison gesehen sind‘s bisher im Schnitt eine Million. RTL „freute“ sich im Zuge der Mexiko-Übertragung über etwas mehr als zwei Millionen Zuschauer. Zum Vergleich: Zu Michael Schumachers Glanzzeiten Ende der 90er-Jahre schnellte die durchschnittliche Zuschauerzahl schon einmal auf über 15 (!) Millionen Zuseher.

Weltweiter Boom
So sehr die Königsklasse in Deutschland womöglich zum Ladenhüter verkommt - global mutiert sie mehr und mehr zum Verkaufsschlager. Für das zweite Quartal 2022 hatte die Serie im August eine Umsatzsteigerung um 49 Prozent gegenüber dem (Corona-geplagten) Vorjahr vermeldet. Das Fan-Interesse steigt ständig, Tribünen sind praktisch überall voll. Und der „Paddock Club“ über den Teamgaragen erfreut sich (wieder) großer Beliebtheit und trug auch dazu bei, dass der Umsatz im zweiten Quartal 2022 auf 744 Millionen Dollar stieg, im gleichen Zeitraum 2021 waren es 501 Millionen gewesen.

Und für Deutschland gib‘s auch Hoffnung: 2026 steigt mit Audi immerhin ein neues deutsches Team ein.

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