Die beiden Gewaltdelikte in Innsbruck von Mittwoch erschüttern Tirol. Und sie geben den Ermittlern des Landeskriminalamts Rätsel auf. Vor allem hinter dem Fall im Stadtteil Hötting stehen viele Fragezeichen. Bei den Verdächtigen ist nämlich weiter großes Schweigen angesagt. Beide befinden sich mittlerweile in der Justizanstalt.
In Hötting wurde ein 63-Jähriger tot in seiner Wohnung gefunden, wenig später meldete sich dessen Sohn (38) bei der Polizei und gestand einen Mord. Am selben Abend versetzte ein Libyer (24) seiner Lebensgefährtin (29) in deren Wohnung in der Viktor-Dankl-Straße mindestens zehn Messerstiche. Die Frau liegt schwer verletzt auf der Klinik.
„Der 24-Jährige verweigerte bisher die Aussage“, sagt Gert Hofmann, der stellvertretende Leiter des Landeskriminalamts. Der brutalen Attacke auf seine einheimische Partnerin war ein Streit vorausgegangen.
Die Hintergründe der Tötung des Pensionisten in Hötting sind hingegen weiter völlig unklar. „Der Sohn des Opfers, das Stichverletzungen aufwies, kommuniziert nicht mit uns“, bedauert Hofmann. So hoffte man am Freitag bei Erhebungen im Umfeld des Getöteten, der alleine in der Wohnung lebte, auf Erkenntnisse. Auch die Arbeit der Spurensicherung sollte ein wenig Licht ins Dunkel bringen.
Sohn leidet angeblich an psychische Störung
Fest steht, dass der Sohn, der einen Mord, aber nicht explizit den am Vater gestand, früher bereits polizeilich aufgefallen war. „Dabei handelte es sich aber nicht um etwas Extremes“, schränkt Gert Hofmann ein. Laut Insidern könnte bei dem Verdächtigen eine psychische Störung vorliegen. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft befindet sich der 38-Jährige – wie der Libyer – nun in der Justizanstalt Innsbruck.





Bereits vierter Mord in Tirol heuer
Das war bereits der vierte Mord in diesem Jahr in Tirol. Am 25. März hatte in einer Kufsteiner Wohnung eine 29-jährige Einheimische eine 51-Jährige bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt, sodass die Frau später im Spital starb. Auslöser der Tat war eine Beleidigung. Ebenfalls nach einem Streit hat am 24. April ein 70-jähriger Einheimischer in einem Einfamilienhaus in Schwendt im Bezirk Kitzbühel seine Frau (68) stranguliert. Wenig später nahm sich der Mann dann aber selbst das Leben.
Die vier Morddelikte heuer stellen aber keine Steigerung im Vergleich zu früheren Jahren dar.
Gert Hofmann vom LKA Tirol
Unvergessen bleibt auch das Drama von Reutte: Dort hat am 30. Mai ein 18-jähriger Deutscher auf dem Parkplatz der „Highline179“ seine Tiroler Freundin (17) mit einem Klappmesser getötet und sich im Anschluss durch einen Sprung von Hängebrücke selbst umgebracht.
„Die vier Morddelikte heuer stellen aber keine Steigerung im Vergleich zu früheren Jahren dar“, betont Kriminalist Hofmann.








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