Nach Drogenserie

„Wir unterstützen eine gesetzliche Änderung“

Tirol
04.09.2022 08:00

Das Schicksal des 2020 verstorbenen Max (16) berührte viele Leser. Die Liste Fritz bekennt sich zu einer Gesetzesänderung und fordern im Rahmen der Sozialsprecher-Treffen einen Runden Tisch. Scheitern dürfe es nicht am Geld.

Die sechsteilige Serie der ,Tiroler Krone’ über Max ist immens wichtig und gar nicht hoch genug wertzuschätzen. Das Engagement des betroffenen Vaters ist beachtlich, weil er trotz des tragischen Todes seines Sohnes schonungslos aufklärt und viele Seiten des Problems beleuchtet“, betont Markus Sint, Klubobmann der Liste Fritz, „eine gesetzliche Änderung, wonach Eltern für ihre in den Drogensumpf geratenen Kinder bis zur Volljährigkeit zuständig bleiben und sie in Hilfs- sowie Betreuungseinrichtungen auch gegen ihren Willen unterbringen lassen können, unterstützen wir. Die Freiheit von Kindern und Jugendlichen und ihre freie Entscheidung sind ein hohes Gut, aber ihr Leben ist ein noch höheres Gut.“

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Um alle Betroffenen und Beteiligten von den Eltern über die Kinder- und Jugendhilfe, zuständige Institutionen, Sozialvereine, Streetworker, Stadt- und Landespolitik bis hin zur Polizei an einen Tisch zu holen.

Markus Sint, Klubobmann Liste Fritz

Man könne keiner Familie ihr Kind zurückgeben, aber man könne gemeinsam alles dafür tun, um den sinnlosen Drogentod weiterer Kinder und Jugendlicher zu verhindern. „Tatsache ist, dass jede involvierte Institution, Einrichtung und Stelle das Problem stets weiterreicht und dass es politisch von Seiten der Landesregierung keinerlei Interesse an einem gemeinsamen Lösungsversuch gibt“, verdeutlicht Sint.

„Geforderter runder Tisch wurde nie abgehalten“
Die Liste Fritz habe im Rahmen der Sozialsprecher-Treffen einen Runden Tisch vorgeschlagen. „Um alle Betroffenen und Beteiligten von den Eltern über die Kinder- und Jugendhilfe, zuständige Institutionen, Sozialvereine, Streetworker, Stadt- und Landespolitik bis hin zur Polizei an einen Tisch zu holen. Die Idee war klar: Keine Schuldzuweisungen machen, sondern Lösungsvorschläge erarbeiten. Die Reaktion von Gabriele Fischer, Soziallandesrätin der Grünen, war ablehnend. Den Runden Tisch in dieser Form hat es nie gegeben“, sagt der Politiker.

„Netz“-Prüfungsergebnis stehe derzeit noch aus
Ein ganz wichtiger Punkt sei die außerfamiliäre Unterbringung der Kinder und Jugendlichen in Sozialeinrichtungen. „Wir suchen hier regelmäßig das Gespräch mit Sozialvereinen und für uns darf es hier auch nicht an genügend Geld für ausreichend Personal scheitern. Es braucht die Unterstützung und Kontrolle durch Betreuungspersonal, auch wenn klar ist, dass es keine Rund-um-die-Uhr-Betreuung geben kann“, sagt Sint, „im Rahmen unserer Kontrollarbeit haben wir – nach entsprechenden Hinweisen – auch genau darauf Acht gegeben, was einzelne Einrichtungen mit den Geldern des Landes machen. So haben wir eine ausführliche Landtagsanfrage zur Einrichtung ,Netz’ und nach Hinweisen auf Unklarheiten eine Sonderprüfung von ,Netz’ durch den Landesrechnungshof initiiert. Das Prüfungsergebnis steht derzeit noch aus.“

Auch bei Sozialvereinen, die Gutes tun, gelte, dass diese mit Steuergeldern vernünftig sowie auch sorgsam umzugehen haben.

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