Überglücklich, aber doch gezeichnet von neun teils mühseligen Etappen, erreichte der Hörbranzer Altbürgermeister Severin Sigg (93) die Bundeshauptstadt mit dem E-Bike.
Der letzte Abschnitt von Korneuburg bis zum Stephansdom war am Dienstagmorgen schnell geschafft. Schließlich standen bei der „Schlussetappe“ nur 18 Kilometer für den 93-Jährigen und seine fünf Mitstreiter auf dem Programm. Knapp 900 Kilometer hatte das radelnde Sextett bis Montagabend zurückgelegt. „Den letzten Stopp hatten wir so gewählt, dass wir ganz entspannt am Vormittag ankommen und dann genügend Zeit in Wien haben“, berichtet Siggs Tochter Silvia Mittersteiner. Severin Sigg, der eigentlich schon zum 90. Geburtstag zum 16. Mal Richtung Wien starten wollte, musste seine Reise damals verschieben.
Gut drei Jahre später, am 18. Juni, war es dann aber so weit. Gemeinsam mit seiner Tochter, ihrem Mann und drei Kollegen machte er sich auf den Weg über den Arlberg bis nach Flirsch. Nach der 127 Kilometer langen „Königsetappe“ ließ es die Gruppe am zweiten Tag etwas ruhiger angehen. Am Inntalradweg entlang ging es gut 100 Kilometer bis nach Rum. Über Kufstein strampelte das Sextett an Tag 3 schließlich bis ins bayerische Neubeuern. Von dort führte der Weg über Wasserburg am Inn bis nach Marktl, den Geburtsort von Papst Benedikt. „Zurück in Österreich“ hieß es am fünften Tag, als Braunau erreicht war, übernachtet wurde allerdings wieder in Bayern. Nach 90 anstrengenden Kilometern hatten sich Severin Sigg und seine Mitstreiter für eine Unterkunft in der Drei-Flüsse-Stadt Passau entschieden.
Schotterstraßen forderten Radler mehr als die Hitze
„Neben dem Arlberg war das die schwierigste Etappe, weil es doch einige Steigungen gab und die Wege größtenteils über Schotter geführt haben“, berichtet Silvia Mittersteiner. Die Hitze hingegen hatte die Radler bis dato nicht so sehr gestört. „Es gibt ja den Fahrtwind und schwitzen ist ohnehin immer angesagt.“ Donau statt Inn hieß es am sechsten Tag, der die Gruppe ins 106 Kilometer entfernte Linz brachte. Die meisten Kilometer wurden am darauffolgenden Tag auf dem Donauradweg absolviert. 129 Kilometer standen am Abend bei der Ankunft in Spitz auf dem Tacho. „In der wunderschönen Wachau haben wir es dann ein wenig ruhiger angehen lassen.“
Richtig heiß wurde es für die E-Biker dann auf der vorletzten Etappe über Krems und Tulln bis nach Korneuburg. Die hohen Temperaturen machten dem Sextett zu schaffen. „Alle eineinhalb Stunden haben wir eine Trinkpause eingelegt und uns noch mehr auf die tägliche Dusche gefreut“, berichtet Silvia Mittersteiner. Im Gegensatz zu den anderen Fahrten nach Wien habe sich ihr Vater dieses Mal schon etwas schwerer getan. „Aufsteigen, absteigen, Straßen überqueren - das alles sind Situationen, die ihn mehr stressen als früher. Und es war eine lange Tour. Jeden Tag um 6.15 Uhr ist der Wecker gegangen. Dann hieß es einpacken, frühstücken auf rauf auf den Gaul.“
Geschafft, aber glücklich rollten Severin Sigg und seine Mitstreiter am Dienstag um kurz vor 10 Uhr am Stephansdom ein. Auf die sensationelle Leistung wurde natürlich angestoßen. „Alles in allem ein sehr schönes Erlebnis und eine enorme Leistung von Severin“, resümierte dessen Tochter. Bevor es per Bahn zurück ins Ländle ging, ließen die E-Biker den Abend beim Heurigen ausklingen. sos












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