Der Proteinimpfstoff Nuvaxovid ist seit Ende Februar in Österreich verfügbar und sollte vor allem jene Menschen ansprechen, die sich bisher nicht gegen Covid-19 impfen ließen. Erfüllt hat sich diese Erwartung jedoch nicht, wie jetzt eine parlamentarische Anfrage der FPÖ zeigt. Bis Sonntag wurden österreichweit fast 12.000 Impfdosen verabreicht, geliefert wurden hingegen mehr als 2,6 Millionen Stück.
Sollte die Haltbarkeit nicht verlängert werden, laufen 2,5 Millionen Impfdosen Ende August ab. Das teilte Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) mit, der damit die FPÖ-Anfrage beantwortete. Nuvaxovid war der fünfte Corona-Impfstoff, der in der EU zugelassen worden ist. Er basiert auf einer anderen Technologie als die bisher verfügbaren Präparate, da diese auf Protein-Basis zum Einsatz kommt. Bevor der US-Impfstoff des Herstellers Novavax nach Österreich geliefert wurde, gab es in fast allen Bundesländern Voranmeldungen dafür.
Vor allem Erststiche mit Novavax
Das Interesse blieb dennoch gering. Bis 24. Juli wurden 4451 Erststiche damit verabreicht, hinzu kamen 3610 Zweitstiche und 2669 Drittstiche. Nur knapp mehr als 1000 Menschen holten sich mit Novavax die vierte Impfung, bei Einzelnen war es schon der fünfte Stich. Insgesamt entspricht das nur 0,45 Prozent der gelieferten Dosen.
Laut Rauch wird der derzeit lagernde Impfstoff nach dem 23. September nicht mehr zur Verfügung stehen, sofern die Haltbarkeit nicht verlängert wird. Eine umgehende Vernichtung ist in diesem Fall aber nicht vorgesehen. So könne etwa die Haltbarkeit rückwirkend durch die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) verlängert werden. Rauch rechnet „mit einer steigenden Nachfrage in Voraussicht auf ein erhöhtes Infektionsgeschehen im Herbst 2022“.
Keine Abnehmer in Sicht
Eine weitere Möglichkeit sei es, die nicht gewollten Novavax-Impfdosen zu spenden. Dafür haben sich bisher aber keine Abnehmer gefunden, da die Nachfrage nach Impfstoffen global gesättigt ist. Österreich erwartet noch ungefähr 1,5 Millionen weitere Dosen des gleichen Impfstoffs.
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