Guten Morgen

Ohne Nehammer? | Keine Temperaturmessungen?

Sie gilt als eine der mächtigsten Personen in der österreichischen Innenpolitik - Johanna Mikl-Leitner, die niederösterreichische Landeshauptfrau. Sie gilt (oder vielleicht besser: galt?) als Haupterfinderin und Schutzherrin von Karl Nehammer als Bundeskanzler. Richtete ihm aber in jüngster Vergangenheit gleich zweimal Kritik aus. Umso spannender, was sie in der „Krone“-Interviewreihe „Neun Mal Österreich“ mit den Landeshauptleuten sagt. Beziehungsweise, was zwischen den Zeilen herauszulesen ist. Unter anderem nimmt sie bei ihrer Kritik an der Bundespolitik den Ball von Bundespräsident Alexander Van der Bellen auf, der bei der Festspieleröffnung in Bregenz in dieser Woche bekanntlich gemahnt hatte, dass es jetzt wichtig sei, dass alle ihrer Arbeit nachkommen. Das sei auch das, findet Mikl-Leitner, was sich die Menschen jetzt erwarten. Auch auf Van der Bellens Kritik an mangelhafter Kommunikation der Politik geht die Landeshauptfrau indirekt ein, wenn sie  meint, die Menschen spürten zu wenig, dass schon große Anti-Teuerungspakete geschnürt wurden, da sei die Kommunikation der wesentliche Schlüssel. Selbst bleibt Mikl-Leitner in ihrer Kommunikation zu einer Frage wenig klar. Wird es vor den Landtagswahlen in Niederösterreich im ersten Quartal 2023 gemeinsame Wahlkampfauftritte mit Karl Nehammer geben? Sie weicht aus, spricht davon, dass der Wahlkampf noch weit entfernt sei und sie an Wahlkampfplanung noch gar nicht denke. Man darf orakeln: Niederösterreich-Wahlkampf ohne Nehammer. Eine klare Antwort kommt dafür zur peinlichen Nehammer-„Empfehlung“, die Krise notfalls mit Psychopharmaka oder Alkohol zu bekämpfen. Mikl-Leitner: „Ich glaube, dieser Sager tut ihm leid.“ Mag sein, aber von ihm selbst würden die Menschen das auch gerne hören!

Keine Temperaturmessungen? Was der aktuelle Gesundheitsminister Johannes Rauch gerade treibt, regt rundherum auf ja, sogar ihn selbst. Sein Plan, die Corona-Quarantäne ab August aufzuheben, wird heiß diskutiert. Auch von ihm selbst auf Twitter, wo er sich einen Ausraster leistete, für den er sich später so halb entschuldigte. Zerzaust werden die Pläne unter anderem vom Wiener Gesundheits-Stadtrat Peter Hacker. Und von „Krone“-Postler Michael Jeannée, der in seiner heutigen Kolumne durchaus resignativ schreibt: „Jetzt heißt es: Maske auf und raus ins Leben, ins Kino, ins Büro, zum Heurigen. Weil’s eh schon wurscht ist? Weil die da oben nicht mehr weiterwissen?“ Und er endet sehr direkt, wenn er formuliert: „Ich fühle mich verarscht! Diese Regierung ist nicht mehr meine.“ „Verarscht“, um weiter bei dieser Diktion zu bleiben, fühlt sich auch unser frecher Satiriker „Herr Nimmerwurscht“. Besser gesagt: Er „verarscht“ vielmehr selbst die Regierung, wenn er meint: „Wenn wir künftig auf Quarantäne verzichten, könnten wir auch zur Lösung der Klimaproblematik auf Temperaturmessungen im Sommer verzichten.“ Da muss man ja direkt aufpassen, dass die Regierung diesen Vorschlag nicht vielleicht ernst nimmt und damit ernst macht!

Einen schönen Samstag!

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