22.07.2022 15:56 |

Plan genehmigt

Fukushima-Abwasser könnte ab 2023 ins Meer laufen

Japan könnte bald mehr als eine Million Tonnen aufbereitetes Wasser aus der beschädigten Atomanlage von Fukushima ins Meer leiten. Die zuständige Aufsichtsbehörde hat jetzt grünes Licht für den umstrittenen Plan gegeben. Nachbarländer sowie Umweltschutzorganisationen kritisieren, dass das Vorgehen der Natur und heimischen Meerestieren schaden würde.

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Seit der von einem Tsunami ausgelösten Kernschmelze 2011 haben sich etwa 1,29 Millionen Tonnen aufbereitetes Wasser in der Anlage angesammelt. Nun sind die Kapazitäten in der Atomanlage fast erschöpft, weshalb Japans Regierung plant, das Abwasser ins Meer zu leiten. Konkret soll es ab Frühjahr 2023 in den Pazifik gepumpt werden. Dazu zählen Regen- und Grundwasser von dem radioaktiv verseuchten Gelände, sowie Wasser, das nach dem Atomunfall zum Kühlen der Anlage benötigt wurde. Der größte Teil der Radioaktivität soll über ein System von Pumpen und Filtern aus dem Wasser gefiltert werden. Das Verklappen im Meer sei sicher, heißt es vom japanischen Außenministerium.

China: „Keine Privatangelegenheit“
Die Regierung werde für die Sicherheit und die „Zuverlässigkeit und Transparenz des Verfahrens“ sorgen. Sie hat den Plan bereits verabschiedet und von der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) genehmigen lassen. Das Vorhaben entspreche schlicht dem Entsorgen von Abwasser in anderen Atomanlagen. Japans Nachbarländer und Umweltschutzorganisationen wie Greenpeace kritisieren hingegen mögliche Schäden für die Natur, Tiere und Anrainer sowie Anrainerinnen. Der Plan betreffe „die globale Meeresumwelt und die öffentliche Gesundheit der Pazifik-Anrainer und ist somit keineswegs eine Privatangelegenheit Japans“, sagte etwa der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Wang Wenbin. Japan werde seinen Preis zahlen müssen, sollte es eigene Interessen über das internationale öffentliche stellen.

Japans Fischindustrie befürchtet wiederum, dass das Vertrauen in heimischen Fisch sinken werde. Das habe nach dem Unfall in Fukushima mühsam aufgebaut werden müssen.

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