Signal ab 32,5 Grad

Gewerkschaft entwickelte Hitze-App für Bauarbeiter

Web
13.07.2022 16:02

Bauarbeiter können ab 32,5 Grad Celsius im Schatten hitzefrei bekommen. Bisher war der Nachweis dafür jedoch schwierig. Eine neue App, die unter anderem von der Gewerkschaft entwickelt wurde, soll das jetzt ändern.

Die Gewerkschaft Bau-Holz, die Umweltschutzorganisation Global 2000 und die Arbeiterkammer haben die Hitze-App für Arbeitende am Bau entwickelt. Über das Handy wird eine „Echtzeit-Schnittstelle“ zur nächstgelegenen Messstelle der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) hergestellt. Sind die 32,5 Grad im Schatten erreicht, folgt ein Warnsignal. Die jeweils aktuellen Werte der nächstgelegenen ZAMG-Messstelle gelten bereits jetzt, nur hatte der Arbeitnehmer bzw. die Arbeitnehmerin bisher keinen Zugang dazu.

Geht um wenige Stunden hitzefrei
In Summe soll es nur um wenige Stunden hitzefrei gehen, nicht um ganze Tage, da die hohe Temperatur laut der Gewerkschaft meist erst zu Mittag oder am Nachmittag erreicht wird. „Zu diesem Zeitpunkt haben die Bauarbeiter und Bauarbeiterinnen bereits bis zu acht Stunden lang schwer gearbeitet“, sagten Vertreter und Vertreterinnen. Die Hitzeregelung sieht eine Entgeltfortzahlung von 60 Prozent für die Beschäftigten vor, dieses Geld plus 30 Prozent Lohnnebenkosten bekommt der Arbeitgeber von der Bauarbeiter-Urlaubs- und Abfertigungskasse (BUAK) rückerstattet.

Einen Rechtsanspruch gibt es derzeit aber nicht, der Arbeitgeber muss Hitzefrei erst anordnen. Die neue App soll nun gewährleisten, dass die gesetzlichen Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind. „Damit wissen alle Beschäftigten, ob die Möglichkeit auf hitzefrei besteht“, heißt es.

Auch Kälte kann am Bau zur Herausforderung werden. (Bild: APA/dpa/Rolf Vennenbernd)
Auch Kälte kann am Bau zur Herausforderung werden.

Kälte-App ab November
Ab 1. November soll sich die App auf Kälte umstellen und die Beschäftigten informieren, sobald minus 10 Grad Celsius erreicht sind. Menschen, die unter extremer Hitze, aber auch bei extremer Kälte arbeiten, müssten besonders geschützt werden, sagte Arbeiterkammer-Präsidentin Renate Anderl in einer Aussendung. Die App steht bereits für iOS und Android zum Download bereit.

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