05.07.2022 05:01 |

Green-NCAP-Test

Dreizylinder stoßen besonders viel Schadstoff aus

Beim jüngsten Green-NCAP-Test des ÖAMTC und seiner Partner sind zwei Dreizylinder-Benziner mit besonders schlechten Schadstoffwerten aufgefallen, einer davon ein Mildhybrid. Insgesamt wurden sechs Fahrzeuge überprüft, darunter ein Elektroauto.

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Der Hyundai Bayon 1.0 T-GDI 48V verfügt über einen Dreizylinder-Benzinmotor mit einem unterstützenden 48-Volt-Elektromotor. In Sachen Verbrauch zeigt er keine Schwächen, aber: Trotz Partikelfilter weist er schlechte Schadstoffwerte bei Ammoniak (NH3), Kohlenmonoxid (CO) und Feinstaub-Partikeln (PN) auf. Daher bekommt er nur 2,5 Sterne im Green NCAP, obwohl er sparsam ist.

Auch der Peugeot 308 1.2 PureTech 130 hat einen Dreizylinder-Motor, kombiniert mit einem Partikelfilter, muss aber ohne E-Unterstützung auskommen. Er punktet mit guten Energieeffizienzwerten und daher einem moderaten CO2-Ausstoß. Aber auch hier kämpft der kleine Motor trotz Partikelfilter mit schlechten Schadstoffwerten (CO, PN), speziell bei hoher Belastung. Das Resultat sind zwei Sterne in diesem Test.

Gute Abgaswerte im Renault Kangoo
Beim Renault Kangoo TCe 130 mit Benzinmotor ist es umgekehrt: Die guten Raumnutzungsmöglichkeiten des eckigen bringen den Nachteil einer schlechten Aerodynamik mit sich. Damit sind nur bescheidene Energieeffizienzwerte möglich und vor allem der CO2-Ausstoß ist sehr hoch. Die Schadstoffwerte fallen im Test dafür gut aus, daher erreicht der Renault respektable 2,5 grüne Sterne.

Hohe CO2- und NH3-Werte beim VW-Caddy
Auch der VW Caddy mit 1,5-Liter Turbo-Benzinmotor kämpft als Van aufgrund einer schlechten Aerodynamik mit einem hohen CO2-Ausstoß. Die Energieeffizienz liegt im mittleren Bereich, die Schadstoffwerte zeigen ein ambivalentes Bild - gute Stickoxid-Werte (NOx) stehen sehr schlechten NH3-Werten gegenüber. Das Ergebnis sind ebenfalls respektable 2,5 von fünf möglichen Sternen.

Elektroauto-Ergebnis ist noch verfälscht
Die Green-NCAP-Wertung für Elektroautos ist noch nicht wirklich treffsicher. Zwar erfasst die neue Methode „Well-to-Wheel+“ nun auch alle Treibhausgas-Emissionen, die bei der Erzeugung und Verteilung von Kraftstoff und Strom entstehen. Aber: „In weiterer Folge sollen auch die Produktion der Fahrzeuge und Batterien sowie das finale Recycling einfließen - das ist derzeit noch nicht möglich“, erklärt Max Lang, Fahrzeug- und Umweltexperte beim ÖAMTC.

So ist das Ergebnis des Audi Q4 e-tron Sportback 50 - ein reines Elektrofahrzeug mit Allradantrieb und einer Leistung von 220 kW - nicht so aussagekräftig, wie es sein sollte. Das getestete Modell ist die Topversion der Q4-Reihe, in der auch leichtere Modelle und andere Antriebe verfügbar sind. Die große Batterie mit 76,6 kWh ermöglicht bei realen Fahrbedingungen und einer zurückhaltenden Klimaanlagennutzung eine Reichweite von ungefähr 420 Kilometer, sagt der ÖAMTC. Unter winterlichen Verhältnissen (und mit voll geladener Batterie) reduziert sich die Reichweite auf ca. 270 Kilometer. Der im Fahrbetrieb emissionsfreie E-Antrieb und die effiziente Energienutzung verhelfen dem Audi zu vollen fünf Sternen.

Nur ein Stern für Genesis mit großem 2,5-Liter Benzinmotor
Das kompakte Premium-SUV Genesis GV70 wurde im September 2021 vorgestellt und nun mit dem 2,5 Liter großen turbogeladenen Benzinmotor getestet. Der durstige Verbrenner (im Test 9,9 Liter Kraftstoffverbrauch auf 100 Kilometer) ist wenig energieeffizient und erzeugt daher viel Kohlendioxid (CO2) im Fahrbetrieb (217 g/km). Bei den Schadstoffen werden einige Euro 6d Standards gerade so erreicht, sodass am Ende nur ein grüner Stern im Test erzielt werden konnte. Die Marke Genesis gehört zu Hyundai und ist in Österreich noch nicht vertreten.

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