27.06.2022 11:45 |

Situation „schwierig“

Italien erwägt wegen Dürre Wasserrationierung

Italien ist mit der schlimmsten Dürre seit 70 Jahren konfrontiert. Der Fluss Po - der längste Strom Italiens - ist stellenweise bereits ausgetrocknet. Der Regionalpräsident der Lombardei, Attilio Fontana, kündigte bereits den Notstand wegen der Trockenheit an. So könnte im Rahmen der Maßnahmen das Wasser auch tagsüber rationiert werden. In mehreren Teilen Italiens wird das Wasser bereits in der Nacht abgestellt.

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„Es gibt besonders betroffene Gebiete wie die Ebene des Flusses Po, die östlichen Alpen und einige Regionen in Mittelitalien. Das Problem ist jedoch auf gesamtstaatlicher Ebene verbreitet", erklärte Zivilschutzchef Fabrizio Curcio. Der Fluss Po, der mit seinen über 600 Kilometer der längste Fluss Italiens ist, hat einen historisch tiefen Wasserstand erreicht.

In diesem Jahr seien die Niederschläge um 50 Prozent geringer im Vergleich zum Durchschnitt der vergangenen Jahre gewesen, bei den Schneefällen betrage der Rückgang sogar 70 Prozent. Die Folgen der Wasserknappheit seien gravierend für die Landwirtschaft, für die Fischerei und für die Stromproduktion.

Auch Brände belasteten das Land
Seit dem 15. Juni seien in verschiedenen Regionen des Landes über 200 Feuer gemeldet worden, im Vergleichszeitraum 2021 waren es 80 und im Jahr 2020 nur 30. „Wenn Brände bei so starker Trockenheit ausbrechen, ist der Kampf gegen die Flammen besonders schwierig“, so Curcio. Von den Feuern besonders betroffen ist die süditalienische Region Apulien. 250 Hektar wurden von einem Brand nördlich der Adria-Hafenstadt Bari zerstört.

Keine Niederschläge erwartet
Die Hitzewelle wird Italien wohl noch mindestens zehn Tage lang andauern, warnen Meteorologen. Mindestens bis zum 4. und 5. Juli soll der afrikanische Hochdruck anhalten, mit einigen vereinzelten Gewittern nur in den Alpen und im Nordwesten. Im Mittelmeerraum wurden bereits fünf Grad Celsius über dem Durchschnitt gemessen. Für mindestens zehn Tage werden keine nennenswerten Niederschläge erwartet, erklärte der Meteorologe Mattia Gussoni. Die extreme Trockenheit, die vor allem im Norden, in der Toskana, im Latium, in Apulien und in Kalabrien herrscht, werde sich noch verschlimmern.

Mailänder Erzbischof ruft zu Gebeten für Wasser auf
Angesichts der starken Wasserknappheit in Italien hat ein Pfarrer in der renommierten toskanischen Chianti-Weingegend die Gläubigen zu einem Gebet für Regen aufgefordert. Die Bevölkerung wurde aufgefordert, Wasser zu sparen. Klimaanlagen sollen nicht kälter als 26 Grad Celsius eingestellt werden. In der Metropole Mailand wurden zudem bereits erste Brunnen abgedreht. 

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