Alarm im Sport

„Für viele Sportarten ist es eins vor Zwölf“

Sport-Mix
31.05.2022 15:09

Sportfördersystem bringt zahlreiche Verbände an Rand des Ruins. ++ Initiative #wirsindsport fordert mehr Förderungsgelder und vor allem gerechtere Verteilung. ++ „Werden gegeneinander aufgehetzt.“

Der Sport schlägt Alarm, weil ihn die Politik nicht hört! Unter diesem Motto haben sich viele Sommersportfachverbände Österreichs zur Initiative #wirsindsport zusammengeschlossen. Und nun - quasi als letzten Ausweg - den Gang an die breite Öffentlichkeit gewählt. Ein Aufschrei, ein teils verzweifelter Hilfeschrei, der da gestern in der Wiener Strandbar Herrmann zu hören war.

Kampf für Sport in Österreich
„Für viele Sportarten ist es eine Minute vor Zwölf“, sagt Robert Fiegl, der Generalsekretär des Golfverbands (ÖGV). Fiegl & Co. kämpfen nicht für ihre spezifische Sportart, „sondern für den Sport in Österreich“. „Wir sitzen alle in einem Boot, wir sind die österreichische Sportfamilie“, meint auch Basketball-Präsident Gerald Martens (ÖBV).

„Aber durch das falsche, unfaire und auch diskriminierende Fördersystem werden die Verbände gegeneinander aufgehetzt.“ Das führe sogar so weit, dass sich Verbände über Erfolge anderer Sportarten gar nicht mehr freuen können. „Weil das bedeuten könnte, dass man selbst in Zukunft weniger Geld bekommt und der andere dafür mehr.“

Die Haupt-Kritikpunkte:

  • Seit sieben Monate suche man das Gespräch mit den Verantwortlichen in der Politik - vergeblich.
  • Seit 2012 steht die jährliche Sportförderung bei 80 Millionen Euro. Martens: „Wie soll sich das in Zeiten einer Hyperinflation ausgehen?“ Die Höhe der Förderungen müsse mindestens 100 Millionen Euro betragen. Die Folgen seien bereits in vielen Verbänden mehr als bitter: in den ohnehin schon gleich gehaltenen Verbandsteams gebe es Mitarbeiter- und Trainerentlassungen, teils können sogar Wettkämpfe nicht mehr beschickt werden.
  • Das Fördersystem bevorzuge lediglich die großen und ohnehin schon erfolgreichen Verbände. Nur Medaillen würden mehr Förderungsgelder bringen. Wichtige Basisarbeit bei Infrastruktur und im Nachwuchsbereich bringe hingegen „keinen Cent“.
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