14.05.2022 06:00 |

260 Beschwerden

So gefährlich ist der Job in steirischen Spitälern

4,2 Millionen Euro, so viel musste die Kages 2021 für private Sicherheitskräfte in den steirischen Spitälern in die Hand nehmen. Und das aus gutem Grund: Das Gesundheitspersonal ist immer wieder massiven Übergriffen ausgesetzt! 260 Gewaltfälle sind dokumentiert, wie aus einer Anfragebeantwortung an die FPÖ hervorgeht.

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In der Corona-Zeit, wo bei Patienten und Pflegekräften die Nerven vielfach ohnehin schon blank lagen - Stichworte Personalmangel und hohe Fallzahlen -, stieg das Aggressionspotenzial in den steirischen Spitälern weiter an: Krankenschwestern wurden übel beleidigt, Ärzte wüst beschimpft. Daher fühlten die Freiheitlichen Gesundheitslandesrätin Juliane Bogner-Strauß (ÖVP) per Anfrage zur „Sicherheitslage in den Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen“ auf den Zahn.

Dreimal Sex-Attacken gemeldet
Und die Zahlen der Beantwortung sprechen Bände: Mitarbeiter und Patienten beschwerten sich im vergangenen Jahr 260-mal wegen verbaler und körperlicher Übergriffe - dreimal wurden sogar Sex-Attacken gemeldet! Auch die Zahl der Diebstähle stieg an: 90 Fälle wurden registriert. Die Polizei musste 55-mal ausrücken, davon kam es 16-mal zu einer Gewalteskalation auf einer Ambulanz. Traurige Notruf-Gründe: Attacken sowie Schimpf-Tiraden.

Da macht es freilich Sinn, dass die Kages viel Geld für Securitys in die Hand nimmt - 4,2 Millionen Euro flossen in externe Sicherheitsfirmen. Die Kosten für die in den Einrichtungen installierten Sicherheitsmaßnahmen beliefen sich auf 388.000 Euro.

Zitat Icon

Die volle Härte des Rechtsstaates sollte jeden treffen, der seine Hand gegen Ärzte, Pfleger oder sogar Patienten erhebt.

FPÖ-Klubobmann Mario Kunasek

Interessant ist auch: Für die Covid-Tests in den Kages-Häusern fielen 21,8 Millionen Euro an, die Schutzausrüstungskosten der Beschäftigten schlugen mit zehn Millionen Euro zu Buche.

„Es ist Aufgabe der steirischen Politik, dass Krankenhaus-Mitarbeiter ein sicheres Arbeitsumfeld vorfinden, wo sie ihrer wichtigen Tätigkeit unbeeinflusst von Aggressoren nachgehen können“, betont FPÖ-Klubchef Mario Kunasek.

Gerald Schwaiger
Gerald Schwaiger
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