10.05.2022 06:00 |

„Krone“-Kommentar

Die Lehren aus den Lieferketten

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Das kommunistische Regime in China ist besonders stolz darauf, dass ihr Land seit Jahren die weltweit größte Konjunktur-Lokomotive ist: Jährliche Wachstumsraten von sechs, sieben oder mehr Prozent waren die Regel, und davon profitierte lange Zeit auch Europas Industrie.

Für 2022 hatte man noch immer ein Plus von 5,5 prognostiziert. Doch davon müssen sich die greisen Führer in Peking verabschieden. Der späte Ausbruch von Omicron hat große Teile der Industrie stillgelegt. Die Lockdowns sorgen für riesige Lieferstaus in den großen Häfen, weil Personal infiziert oder in Quarantäne ist. Der Tourismus liegt sowieso am Boden.

Experten erwarten, dass China im April eine Rezession erlebt hat. Erholt man sich im zweiten Halbjahr, könnte noch ein Wachstum von 3 bis 4% in 2022 drin sein. Dazu kommt noch, dass ausländische Investoren ob der Putin-freundlichen Haltung des Regimes sehr zurückhaltend geworden sind.

In Europa haben mittlerweile alle begriffen, dass Abhängigkeiten von einem Lieferanten ein Problem sind. Das sieht man bei den Rohstoffen aus Russland, das sieht man bei vielen Vorprodukten, die „günstig“ aus Fernost kamen.

Das Umdenken hat schon begonnen, man will gewisse Produktionen wieder aus Asien zurückholen. Das wird die Kosten, aber auch die Versorgungssicherheit erhöhen. Nicht zuletzt zeigt man auch China die Grenzen auf, das in der Vergangenheit von der Naivität der westlichen Geschäftspartner profitiert hat.

Manfred Schumi
Manfred Schumi
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